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Schermbeck
An die Schrecken des Krieges erinnern

Schermbeck: An die Schrecken des Krieges erinnern
Friedel Stricker, Rolf Blankenagel und Heinz Horstkamp (v.l.) nutzten nach der Eröffnung die Gelegenheit, die Ausstellung zu begutachten. FOTO: Scheffler
Schermbeck. Der Heimat- und Geschichtsverein eröffnete gestern eine Ausstellung zur "Stunde Null 1945 " in Schermbeck. Von Helmut Scheffler

Rolf Blankenagel eröffnete gestern die 51. Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Schermbeck. "1945 bis 1946, Schermbeck vor und nach der Stunde Null", heißt die Ausstellung, die der Vorsitzende im Museum an der Steintorstraße 17 eröffnet wurde. Bis zum 30. April kann die Ausstellung sonntags von 10 bis 13 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Gruppen können einen Sondertermin mit Hans Zelle (Telefonnummer 02853 4709) vereinbaren.

Bereits im Frühjahr 1995 wurden im Rahmen der 18. Ausstellung Exponate zum Thema "Bombardierung, Übergang und die Folgen" gezeigt. "Aber auch 70 Jahre nach Kriegsende hält der Vorstand es für wichtig, nochmals an die Schrecken von Krieg und Gewalt zu erinnern und zu zeigen, was der Krieg hier in Schermbeck angerichtet hat", beschrieb Blankenagel in seiner Ansprache die Zielsetzung der Ausstellung. Insbesondere den nachgewachsenen Generationen, die den Krieg nicht miterlebt hätten, solle die Ausstellung zeigen, wie Schermbeck unter den Folgen des Krieges gelitten habe.

Blankenagels Dank galt allen Vorstandsmitgliedern für die Beteiligung an der Ausstellungsvorbereitung. Sein besonderer Dank war an den ehemaligen stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Friedel Stricker gerichtet. Er sei Ideengeber für die Ausstellung gewesen und habe viele Exponate für die Ausstellung bereitgestellt.

Die meisten Exponate werden auf dreizehn Schautafeln im Obergeschoss des Museums und in zwei Vitrinen gezeigt. Es sind überwiegend Fotos und Dokumente, die an die Zeit des Frontübergangs und an den beginnenden Wiederaufbau nach der Stunde Null, dem offiziellen Kriegsende am 8. Mai 1945, erinnern.

Gezeigt wird ein Aufruf des stellvertretenden Essener Gauleiters Schlessmann vom 25. März 1945 an die Bevölkerung des Kreises Rees, zu dem Schermbeck gehörte. Darin wurde die "totale Räumung" des Gebietes angeordnet, um die Bevölkerung vor den Angriffen der bereits in Wesel angekommenen Feinde der deutschen Wehrmacht zu schützen.

Für die Schermbecker kam der Aufruf zu spät, denn die geballten Luftangriffe hatten schon am 23. März begonnen. Ein Großteil der Häuser wurde durch Bomben zerstört. Die Luftbilder vom zerstörten Schermbeck, vom zerstörten Scheinflugplatz in der Uefter Heide und die Fotos von den zerstörten Häusern an der Mittelstraße boten gestern regen Anlass zu Gesprächen von Zeitzeugen.

Der 83-jährige Heinrich Dickmann erzählte vom brennenden Westermanns-Hof in Damm, bei dem das Vieh mit verbrannte. Als 14-Jähriger erlebte Heinz Horstkamp mit, wie die Familie mit ein paar Nachbarn ins Bruch flüchtete, um dort einen Bunker zu bauen. Weiter als zur Ausschachtung kamen sie nicht, weil die Bomber schon nahten. Durchs brennende Schermbeck zog die Familie mit einem Handwagen zu den Verwandten in Gahlen.

Quelle: RP
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