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Wesel
Angeschossener Spieler zurück im Tor

Wesel: Angeschossener Spieler zurück im Tor
Marc Holzwarth ist froh, dass er seinem Beruf und auch seinem großen Hobby weiter nachgehen kann. "Die Verletzung beeinträchtigt mich nicht mehr. Es ist alles wieder gut", sagt der 21-Jährige. FOTO: Ekkehart malz
Wesel. Auf Marc Holzwarth (21) wurde vor einem Monat auf Mallorca während der Teamfahrt des Weseler SV mit einer Waffe gefeuert. Nun geht's dem Kicker wieder gut. Er steht wieder zwischen den Pfosten. Die besagte Nacht vergisst er nie. Von Daniel Brodhuhn

Den Sommer 2015 wird Marc Holzwarth ganz bestimmt nie vergessen. Zuerst gewann der Torhüter des Weseler SV mit seiner Mannschaft die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga C. Anschließend wurde der Erfolg gebührend auf Mallorca gefeiert. So, wie es jedes Jahr in der Sommerpause viele Teams der kickenden Zunft machen. Was dem 21-Jährigen dann allerdings auf der Partyinsel passierte, war alles andere als gewöhnlich. Holzwarth und sein Mannschaftskollege Jonas Pabel wurden in einer Nacht angeschossen. Nach der Rückkehr nach Deutschland musste sich der Keeper krankschreiben lassen (die RP berichtete). Nun, knapp einen Monat später, ist Marc Holzwarth nicht nur zurück im Alltag, sondern auch zurück auf dem Fußballplatz.

Der Torwart bereitet sich aktuell mit dem Weseler SV auf die neue Saison in der Kreisliga B vor. Den Vorfall auf Mallorca hat er für sich persönlich so gut wie abgehakt. "Natürlich werde ich dieses Erlebnis immer in Erinnerung behalten. Aber im Endeffekt war es keine große Sache. Ich hatte Glück", sagt Holzwarth. Der junge Mann sieht die Sache auch deshalb so gelassen, weil die gesundheitlichen Schäden überschaubar waren. "Ich hatte ein Loch im Rücken und eine Zeit lang starke Rückenschmerzen. Das war das Schlimmste. Denn dadurch musste ich mich krankschreiben lassen und konnte eine Woche nicht arbeiten", sagt der 21-Jährige, der als Chemikant bei Byk in der Produktionsstätte in Kempen tätig ist.

Holzwarth ist froh darüber, dass er seinen Beruf und auch seinen Sport weiter ausüben kann. Vor zwei Wochen hat er das Training beim WSV wieder aufgenommen. "Die Verletzung beeinträchtigt mich nicht mehr. Es ist alles wieder gut." Auch Jonas Pabel, der wie sein Teamkollege von einem Projektil - vermutlich von einem Kleinkalibergewehr - getroffen wurde und einen Streifschuss erlitt, hat keine bleibenden Schäden davon getragen.

In der besagten Nacht hatten die beiden Fußballer eine Stunde getrennt voneinander an derselben Stelle Wasser gelassen. Dann fiel jeweils ein Schuss. "Ich habe nicht vor eine Häuserwand gepinkelt, sondern in ein Gebüsch. Es war eine offene Straße und ich habe kein Grundstück betreten", sagt Holzwarth, der sich damit zwar verteidigen, die Aktion aber nicht gutheißen will. "Klar habe ich nach dem Erlebnis darüber nachgedacht. So machen es halt viele nachts auf Mallorca. Aber natürlich gehört sich das nicht."

Dass er daraufhin beschossen werden würde, hatte der 21-Jährige natürlich nicht erwartet. "Man hat Geschichten von Mallorca gehört, dass jemandem schon einmal von wütenden Anwohnern in einer ähnlichen Situation ein Eimer Wasser über den Kopf geschüttet wurde. Aber mit so einer Reaktion rechnet man natürlich nicht."

Der 21-Jährige zeigt sich im Nachhinein verärgert darüber, wie die Polizei vor Ort den Vorfall behandelt habe. Aus seiner Sicht unternahmen die spanischen Behörden zu wenig, um die Tat aufzuklären. "Es war eigentlich völlig klar, von welchem Grundstück aus geschossen wurde. Aber man hat uns nicht wirklich ernst genommen. Wir waren halt die feiernden Fußball-Touristen, die sich vermutlich danebenbenommen hatten. Wir haben auch nach unserer Rückkehr nach Deutschland nichts mehr von der Polizei gehört", sagt er. Marc Holzwarth ist nach eigener Aussage zwar enttäuscht darüber. Er will aber nicht nachtragend sein. "Für mich ist die Sache erledigt."

Quelle: RP
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