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Wesel
Anleinpflicht: Jäger und CDU fordern Kontrollen

Wesel: Anleinpflicht: Jäger und CDU fordern Kontrollen
So ist's richtig: Hegeringsleiter Werner Schulte leint seine drei Hunde immer an. Halter, die das vor allem in Schutzgebieten nicht tun, kann er nicht verstehen. FOTO: malz
Wesel. Dass in Bislich zwei freilaufende Hunde zwei Lämmer gerissen haben, hat dafür gesorgt, dass die Diskussion über ein altes Thema neu aufflammt. Von Klaus Nikolei

Montagabend hat die CDU-Fraktion zusammengesessen und über wichtige Themen diskutiert. Eines davon war der Angriff von zwei nicht angeleinten Hunden auf eine Schafsherde im Bislicher Naturschutzgebiet am Rhein. Zwei Lämmer, die von den Hunden angefallen worden waren, mussten eingeschläfert werden (RP berichtete exklusiv). "Dieser Fall zeigt uns, dass das Ordnungsamt seine Kontrollen verstärken muss. Vor allem in Schutzgebieten wie beispielsweise der Aue", sagt CDU-Ratsmitglied Wolfgang Lingk im RP-Gespräch. Er und seine Parteifreunde haben Ordnungsdezernent Klaus Schütz aufgefordert, noch stärker als bislang dafür zu sorgen, dass Hundehalter ihre Vierbeiner tatsächlich anleinen und auch deren Kot entsorgen. Diese Aufgabe sollen neben der Stadtwacht künftig auch die Politessen übernehmen, die 2016 zusätzlich eingestellt werden sollen.

Werner Schulte, der Vorsitzende des Hegerings Wesel, kann die Forderung der CDU nur unterstützen. Denn schon seit Jahren machen der Landwirt aus Obrighoven und seine Jagdgenossen auf die Probleme aufmerksam, die Hundehalter durch ihr unbedachtes Handeln verursachen. "Wir erleben es immer wieder, dass Hunde im Bereich des Reitplatzes in Obrighoven, im Aaper Busch und im Naturschutzgebiet Aaper Vennekes von der Leine gelassen werden und dann Wild jagen oder Bodenbrüter aufscheuchen." Die Folge: Offiziell fallen jährlich zwei Rehe den Hunden zum Opfer - Tendenz steigend. Die Dunkelziffer ist naturgemäß höher. Und wenn Fasan, Schnepfe, Goldammer und Co. von den streunenden Hunden verschreckt werden und das Gelege auskühlt, ist die Brut dahin.

"Es kann nicht sein", sagt Werner Schulte, "dass so viele Halter sich einfach nicht an das Landeshundegesetz halten, das besagt, dass Hunde immer so zu führen sind, dass sie keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen. Grundsätzlich müssen Hunde über 20 Kilo immer angeleint sein." Was ihn ganz besonders nervt, sind die vielen Hundebesitzer, die auf freundliche Hinweise, dass sie ihr Tier doch bitte im Naturschutzgebiet an der Leine führen müssen, äußert aggressiv reagieren. "Man hört einfach nicht auf uns Jäger. Ich habe es mir fast schon komplett abgewöhnt, mit den Leuten zu diskutieren, weil die Debatten in aller Regel sehr unerquicklich enden." Aus seiner Sicht können nur mehr Kontrollen vor allem in Außenbereichen und drastische Strafen Wirkung zeigen.

Gerd Füting vom Ordnungsamt kann Klagen wie die von Werner Schulte gut verstehen. Auch er weiß, dass sich viele Hundebesitzer äußerst uneinsichtig zeigen, wenn sie von der Stadtwacht auf frischer Tat ertappt werden und beispielsweise für einen nicht angeleinten Hund 30 Euro kassieren beziehungs 50 Euro in Rechnung stellen, wenn Kot nicht entsorgt wird. "Wir können immer wieder nur an die Vernunft der Leute appellieren, sie mit Hilfe von Faltblättern aufklären und verstärkt kontrollieren", sagt Füting. Das Problem komplett in den Griff zu bekommen, daran glaubt er nicht.

Quelle: RP
 
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