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Wesel
Ansturm auf Immobilien als Anlageobjekte

Wesel: Ansturm auf Immobilien als Anlageobjekte
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Während die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen rund um Düsseldorf und Köln seit Jahren explodieren, sind sie in Wesel nahezu konstant geblieben. Riesig ist die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum aller Art. Von Klaus Nikolei

Der mit unabhängigen Sachverständigen besetzte Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte in NRW hat jetzt, wie ausführlich berichtet, einen seit Jahren stabilen Trend bestätigt: Immobilien im Lande werden immer teurer. Das gilt nicht nur für Metropolen wie Düsseldorf, Köln und Münster, sondern auch für ländliche Regionen wie den Kreis Wesel. Wobei die Unterschiede von Kommune zu Kommune sehr groß sein können.

"Während uns beispielsweise in Dinslaken Eigentumswohnungen aus der Hand gerissen werden, dauert das in Wesel meist etwas länger", hat Werner Verholen von der Immo GmbH, einer Tochter der Volksbanken Rhein-Lippe und Dinslaken, festgestellt. Im Gespräch mit der RP bestätigt er zwar, dass auch in Wesel der Markt für gute Anlageobjekte so gut wie leer gefegt ist, barrierefreie Häuser, Eigentums- und Mietwohnungen mittlerweile Mangelware sind. Doch wundert es ihn sehr, dass die Preise für gebrauchte Immobilien - freistehende Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Doppelhaushälften - seit Jahren konstant bleiben. "Dabei ist Wesel doch Kreisstadt mit vielen guten Firmen, einem Bahnhof, zwei recht nahe gelegenen Autobahnen, einer neuen Fußgängerzone und der guten Lage an Rhein und Lippe - hier tut sich was", sagt Verholen. Doch spiegelt sich das - bislang jedenfalls - nicht bei den Immobilienpreisen wieder. Waran das liegen könnte? Verholen denkt kurz nach und versucht das Phänomen zu erklären: "Offensichtlich fehlt es an Atmosphäre. Da müsste mehr getan werden, von langer Hand Dinge geplant werden, um die Stadt zum Blühen zu bekommen." Wer Verholens Heimatstadt Xanten kennt oder öfter mal in Bocholt ist, versteht sofort, was der Immobilienexperte meint.

Mit der Entwicklung von Immobilienpreisen kennt sich auch Jens Ostermann-Schelleckes, seines Zeichens Leiter Kreditgeschäft bei der Verbands-Sparkasse in Wesel, bestens aus. Auch er bestätigt, dass Mehrfamilienhäuser zwecks Geldanlage kaum zu bekommen sind und der Markt "nach bezahlbarem Wohnraum schreit". Für die Region sei es sinnvoll, zusätzliches Bauland auszuweisen. Ostermann-Schelleckes hat seit 2011 die Erfahrung gemacht, dass die Immobilienpreise in Wesel zwischen zehn und 15 Prozent gestiegen sind. "Das hängt natürlich alles sehr stark von der Lage, dem Alter und dem Zustand der Immobilie ab." Ein Reihenhaus in schlechterer Lage ist deshalb schon für 140.000 Euro zu haben, ein freistehendes Haus wechselt für 350.000 Euro den Besitzer. Bei den Preisen für derzeit sehr gefragte neue, barrierearme beziehungsweise barrierefreie Eigentumswohnungen reicht die Spanne von 1950 bis zu 2500 Euro pro Quadratmeter.

Auch Volker Meininghaus, Inhaber von Immobilien Tinnefeld in Wesel, berichtet von einem "praktisch leer gefegten Markt für Anlageobjekte" und gleichzeitig fast konstant bleibenden Preisen für Häuser. Deren energetische Ausstattung und "das Design" werden, so Meininghaus, immer wichtiger für eine Kaufentscheidung.

Quelle: RP
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