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Schermbeck
Appell: vernünftig Lebensmittel kaufen

Schermbeck. Heimat- und Geschichtsverein hatte zusammen mit dem Gemeindemarketingverein Erntedankfeier organisiert. Von Helmut Scheffler

Auf dem Platz vor der Volksbank fand Freitagabend die vom Heimat- und Geschichtsverein gemeinsam mit dem Gemeindemarketingverein "Wir sind Schermbeck" geleitete Erntedankfeier statt.

Vor der Filiale der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe gegenüber der Ludgeruskirche versammelten sich die Schermbecker Tambouristen sowie Mitglieder der Katholischen Landjugendbewegung Schermbeck, die auf dem Hof von Baumeister in Uefte einen großen Strohkranz gebunden hatten. Von dort zogen die Musiker - den Marsch "Mit Sang und Klang" spielend - und die Jugendlichen über die Mittelstraße zur Volksbank, wo Norbert Scholtholt die Besucher und die teilnehmenden Vereine begrüßte.

Die Landjugend zog den bunt geschmückten Kranz ebenso in luftige Höhe wie den Ring der Zunftzeichen und Wappen, die der Schermbecker Bildschnitzer Willi Wehmeyer zur Verfügung stellte. Für die musikalische Untermalung sorgten nicht nur die Tambouristen, sondern auch die Blaskapelle Einklang mit Sepp Neumayrs Marsch "Mein Heimatland" und der Männergesangverein Eintracht mit seinem Dirigenten Walter Buß. Die Sänger trugen Volkslieder vor, ließen das Handwerkerlied "Der Hammerschmied" erklingen, bevor sie zu einem Ausflug ins Weinparadies einluden.

Die Festansprache übernahm der ehemalige Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzende Hans Zelle, der sich in diesem Jahr mit dem Thema "Der Mensch und die Kosten, insbesondere seiner Nahrung" befasste. Zelle bedauerte, "dass für den Erwerb der Nahrung immer weniger Geld aufzuwenden ist." Stets werde auch bei Lebensmitteln nach Schnäppchen Ausschau gehalten. "Die Leute kaufen einen Grill für 800 Euro und holen das Fleisch dann beim Discounter", stellte Zelle fest und merkte an: "Da wird der Wert des Fleisches in eine falsche Relation gebracht."

Auch der Kauf von Äpfeln aus Neuseeland, die mit hohen Kosten und mit umweltbelastenden Transporten zu uns gelangten, werde oftmals wegen des schönen und glänzenden Äußeren vorgezogen. Als ein Beispiel für den Preisverfall von Nahrungsmitteln nannte Hans Zelle die Entwicklung des Milchpreises. Zurzeit könne man einen Liter Milch für 46 Cent erwerben. "Der geringe Preis", so Zelle, "ist zwar eine Folge der Überproduktion, die letztlich dem Milchbauern die Existenzgrundlage entzieht."

Angesichts der zu beobachtenden Verschwendung von Nahrungsmitteln empfahl Hans Zelle einen überlegten Einkauf, "damit nichts weggeworfen zu werden braucht."

Norbert Scholtholt dankte allen teilnehmenden Vereinen und der Feuerwehr, die für die Straßensperrung gesorgt hat.

Quelle: RP
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