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Wesel
ASG: Altmöbel-Sammlung für Flüchtlinge läuft gut

Wesel: ASG: Altmöbel-Sammlung für Flüchtlinge läuft gut
Michael Heinrichs vom ASG macht Kunden des Wertstoffhofes darauf aufmerksam, dass sie gute Möbel auch für Flüchtlinge spenden können. FOTO: Malz
Wesel. Mitarbeiter des Wertstoffhofes nehmen seit drei Wochen unter anderem ausrangierte Sofas, Tische, Stühle und Räder entgegen, die das Sozialamt anschließend Asylbewerbern gratis zur Verfügung stellt. Von Klaus Nikolei

Marlies Hillefeld, die Vorsitzende der Weseler Flüchtlingshilfe, gerät geradezu ins Schwärmen. "Der Herr Heinrichs beim ASG-Wertstoffhof ist ein echtes Goldstück. Der sorgt im Rahmen des wunderbaren Projektes zwischen ASG und Sozialamt dafür, dass gute Gebrauchtmöbel, die sonst im Sperrmüll landen würden, Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt werden." Die RP hat das Lob von Marlies Hillefeld zum Anlass genommen, das "echte Goldstück" auf dem Wertstoffhof zu besuchen und nachzuschauen, wie die Möbelsammlung zugunsten der Asylbewerber angelaufen ist.

Michael Heinrichs lacht herzlich, als ihm die RP die "Goldstück-Geschichte" erzählt. "Ach was", sagt er bescheiden, "das machen die anderen Kollegen hier auf dem Wertstoffhof doch genauso." Im gleichen Augenblick fährt Günter Hülsbusch mit seinem Auto vor. Im Anhänger liegt ein Schreibtisch, grade mal zwei Jahre alt. Dazu ein passender Rollcontainer. Hülsbusch hat in der Zeitung von der Möbel-Sammelaktion gelesen. "Wir stecken im Umzug. Und der Tisch, den ich 2013 für gut 150 Euro gekauft habe, passt nicht in die neue Wohnung. Naja, vielleicht kann man ihn hier gebrauchen." - "Aber sicher", sagt Heinrichs und packt mit an. Der Schreibtisch kommt zunächst in den Container Nr. 55, wo bereits mehrere Stühle, Kommoden, Schränke und Wohnzimmertische lagen. Davor stehen Dreiräder, Damen-, Herren und Kinderfahrräder. "Teilweise bringen Leute die Sachen bewusst hierhin, teilweise schaue ich in die Anhänger und Kofferräume und frage die Anlieferer, ob sie bereit wären, unter anderem gut erhaltene Dinge Flüchtlingsfamilien zur Verfügung zu stellen", erzählt Heinrichs. Noch nie habe jemand seit Beginn der Aktion vor etwa drei Wochen Nein gesagt.

Ist der Container Nr. 55 so gut wie voll, informiert der ASG die zuständigen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Mitarbeiter des Sozialamtes fahren dann mit einem Lieferwagen vor und packen die Möbel ein, die in aller Regel zügig in die Wohnungen der größtenteils dezentral untergebrachten Flüchtlinge geliefert werden.

Wer sperrige Möbel spenden möchte und diese nicht zum Wertstoffhof bringen kann, sollte sich mit Thorben Vink im Sozialamt unter Tel. 0281 2032363 in Verbindung setzen. Vink sorgt dafür, dass das Mobiliar inspiziert und bei gutem Zustand von zwei Mitarbeitern abgeholt wird. Noch keine Vereinbarung gibt es übrigens zwischen Stadt, Flüchtlingshilfe und ASG, was beispielsweise mit Hausrat (unter anderem Töpfe, Geschirr, etc.) geschieht, der massenhaft zum Wertstoffhof gebracht und dort nach wie vor im Sperrmüll landet.

Wer gut erhaltenen Hausrat abgeben möchte, kann sich mit der Flüchtlingshilfe unter Tel. 0281 53446 in Verbindung setzen.

Quelle: RP
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