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Wesel
ASG holt Altmöbel für Flüchtlinge ab

Wesel: ASG holt Altmöbel für Flüchtlinge ab
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Stadt und ASG sammeln Sachen für Asylbewerber und holen diese auch beim Spender ab. Benötigt werden vor allem Tische und Stühle. Die Flüchtlingshilfe lobt die Aktion, wünscht sich aber zugleich noch mehr Engagement. Von Daniel Brodhuhn

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland. Auch nach Wesel. Derzeit sind 410 Asylsuchende hier - Tendenz steigend. Die Unterbringung dieser Menschen gestaltet sich schwierig, da die verfügbaren Wohnungen oft nur spärlich eingerichtet sind. Das soll sich nun ändern. Auf Initiative der Flüchtlingshilfe Wesel haben der städtische Betrieb ASG und die Stadt eine Lösung für das Problem gefunden (RP berichtete). Jetzt wird das Projekt umgesetzt. Ab sofort können Weseler gebrauchte Möbel für die Bedürftigen spenden. Und dafür müssen sie noch nicht einmal ihre eigenen vier Wände verlassen.

Denn es gibt zum einen die Möglichkeit, das Mobiliar direkt beim ASG in Container Nummer 55 abzugeben. Es kann es aber auch von zu Hause abgeholt werden. Dafür zuständig sind zwei neue Mitarbeiter des Sozialamtes, die die Möbel inspizieren und bei gutem Zustand mitnehmen. "Es sind zwei Langzeitarbeitslose, die Erfahrung in diesem Bereich haben. Wir schauen jetzt einmal, wie es läuft. Es ist durchaus denkbar, dass wir das Projekt anschließend noch ausweiten und noch mehr Leute beschäftigen", sagte Sozialdezernent Daniel Kunstleben, der die Idee mit ASG-Chef Ulrich Streich ausgearbeitet und gestern vorstellte.

Der ASG hat bereits Sachen angenommen und auf seinem Wertstoffhof gelagert. Im Container 55 befinden sich zahlreiche Tische und zwei Kinderfahrräder. "Wir verteilen Flyer, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. Außerdem wissen alle unsere Mitarbeiter Bescheid. Sie sorgen dafür, dass auch Sachen, die woanders abgestellt werden und noch brauchbar sind, in Container 55 landen", sagt Streich.

Die Sammelaktion umfasst bislang aber lediglich Einzelstücke wie Tische, Stühle und Betten. Ganze Kücheneinrichtungen sowie Elektrogeräte können nicht abgeholt und auch nicht abgegeben werden. "Die Arbeitskraft von zwei Personen ist selbstverständlich begrenzt", so Kunstleben. An dieser Stelle sieht Marlies Hillefeld noch Verbesserungsbedarf. "Die Menschen brauchen alles, was zum Hausrat gehört. Es ist ein guter Anfang. Aber es muss weitergehen", fordert die Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Wesel.

Der ehrenamtliche Verein, der derzeit aus 14 Mitarbeitern besteht, will die Hilfe weiter vorantreiben. "Wir sind bereit, Elektrogeräte und andere Sachen aus dem Hausrat selbst abzuholen. Man kann sich bei uns melden", sagt Marlies Hillefeld, die auch mit Unternehmen zusammenarbeiten möchte. So sei es vorstellbar, dass Firmen defekte Elektrogeräte gegen Bezahlung reparieren. "Wir haben schon Zusagen von Sanitärbetrieben erhalten, die sich um die Installation von Geräten kümmern wollen", so Hillefeld.

Informationen gibt es im Netz unter www.flüchtlingshilfe-wesel.de oder unter der Telefonnummer 0281 53446. Ansprechpartner bei der Stadt Wesel ist Thorben Vink (0281 2032363).

Quelle: RP
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