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Hamminkeln
"Auf das Wir der Gemeinde kommt's an"

Hamminkeln: "Auf das Wir der Gemeinde kommt's an"
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Hamminkeln. Ralf Lamers ist neuer Leitender Pfarrer der Pfarrei Maria Frieden. Im Dingdener Pfarrhaus richtete er sich ein. Er erkundet noch seine "lebendige Gemeinde" und erlebt viel Wohlwollen zum Willkommen. Von Thomas Hesse

Ralf Lamers wurde schon offiziell eingeführt als neuer leitender Pfarrer der Pfarrei Maria Frieden mit 12.100 Gläubigen und fünf fusionierten Gemeinden. Doch er befindet sich noch mitten im Ankommen. Ganz praktisch, wenn im pittoresken Dingdener Pfarrhaus der Dekorateur neue Gardinen aufhängt oder der Pastor lernt, wie die digitale Telefonanlage zu bedienen ist. Doch vor allem ist er unterwegs, um die Menschen in ganz Hamminkeln kennenzulernen. Das ist mitunter Handarbeit. "Ich musste bei der Einführungsmesse und beim Empfang zweieinhalb Stunden Hände schütteln", schmunzelt Ralf Lamers (52). Was zähle, sei das herzliche, menschliche Willkommen, dass er in der rappelvollen St. Pankratius-Kirche erlebt hat, was auch ein bisschen Abschied war. Aus seiner vorherigen Gemeinde Wachtendonk/Wankum/Herongen war eine große Delegation gekommen, um ihm einen guten Start zu wünschen.

Aus der linksrheinischen Pfarre hat er Erfahrungen mit drei fusionierten Gemeinden mitgebracht. Die nutzen ihm nun in Hamminkeln, wo fünf Pfarren zu Maria Frieden zusammengegangen sind. "Das ist schon eine andere Hausnummer", sagt er. Allein schon entfernungsmäßig würden die Standorte stark auseinanderliegen. Pfarrer Lamers will ihre Eigenheiten respektieren, die sich im jeweiligen Umfeld entwickelt haben. Das sei schon "ein Signal, nicht alles gleich zu machen, sondern Eigenständigkeiten zu belassen". Am Ende komme es darauf an, "welches Gesicht Maria Frieden insgesamt bekommt". Klar sei aber, dass man schon aus personellen Gründen in einer fusionierten Pfarre nicht alles bleiben könne wie gewohnt.

Die Herausforderungen sind groß. Die Kita in Dingden soll erweitert werden, in Ringenberg wird gerade der Glockenturm saniert oder die Macher der Sternsinger-Aktion sorgen sich um aktuellen Teilnehmerschwund - der Pfarrer ist bei großen wie bei kleinen Themen gefragt. Ganz zu schweigen von der Flüchtlingsproblematik, bei der in Hamminkeln die Ehrenamtlichen der Kirchen eine große Rolle spielen. "Was ich bis jetzt weiß, zeigt einen vorbildlichen Umgang mit Flüchtlingen. Das ist für mich Christ sein", sagt Ralf Lamers. Im Mittelpunkt steht bei ihm der Mensch, den er in seiner neuen Position in vollen Kirchen erlebt. "Die Gemeindemitglieder wollen wissen, was ist das für einer, wie tickt er", sagte der neue Pfarrer.

Wie ist er? Sympathisch, direkt und unkompliziert redet Ralf Lamers. Er ist humorvoll und lacht gerne. Er ist einer, der das Wir in der Gemeinde, das Miteinander betont. Das hat er auch in seiner Predigt zur Einführung herausgestellt. Sehen, verstehen und handeln, damit niemand seelisch oder emotional verkümmere, ist seine Maxime. Der gelernte Bürokaufmann, der nach dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg Theologie studierte, kennt auch den rechten Niederrhein. Zwei Jahre lang war er Kaplan in Wesel bei Maria Himmelfahrt und St. Martini. Er ist auch als Notfall- und Feuerwehrseelsorger ausgebildet. Jetzt braucht er viel Kraft, um sich in sein neues Amt einzufinden. Den Treibstoff dafür schöpft er beim Joggen - gute Tipps für eine Strecke in Dingden sind noch gesucht -, beim Doppelkopfspiel oder bei Kino- und Theaterbesuchen. Guter Kontaktbringer ist seine Fußballleidenschaft.

Der Mann, für den die Sportschau schon immer zum Leben gehörte und der selbst aktiv spielte, outet sich in seiner Vita geheimnisvoll als vereinsloser Fan. Er lacht, wenn man ihn danach fragt. "Borussia Mönchengladbach ist mein Verein. Aber ich habe gehört, hier gibt es mehr Schalke- und Dortmund-Fans."

Quelle: RP
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