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Reportage
Auf der Suche nach den richtigen Pilzen

Reportage: Auf der Suche nach den richtigen Pilzen
Bei einem genauen Blick ins Gebüsch finden Jutta Becker-Ufermann und Klaus Gornig auf den Überresten eines Baumes einen Baumpilz, den sie daraufhin genauer unter die Lupe nehmen. FOTO: Martin Büttner
Wesel. Als Pilzcoach und staatlich zertifizierte Kräuterpädagogin kennt sich Jutta Becker-Ufermann aus Schermbeck mit fast allen Dingen aus, die in der Natur wachsen. Auf ihrer Pilzführung in Lohberg gibt sie ein Teil ihres Wissens an die Teilnehmer weiter. Von Florian Langhoff

Schermbeck/Dinslaken Auf dem Parkplatz am Vereinsheim der Sportgemeinschaft Pestalozzidorf (SGP) Oberlohberg ruft Jutta Becker-Ufermann aus Schermbeck die Teilnehmer an der Pilzführung über die Halde am Kofferraum ihres Autos zusammen. Hier findet sich schon allerhand zum Thema Pilze. Hier stapeln sich Bestimmungsbücher, mit denen man herausfinden kann, welchen Art von Pilz man wohl im Wald entdeckt hat. Daneben hat Jutta Becker-Ufermann als Pilzcoach auch einige Exemplare zur Ansicht mitgebracht, vom Speisepilz bis zu Arten, die sich eher fürs Basteln eigenen.

"Als Pilzcoach macht man auch viel mit Kreativität", erklärt Jutta Becker-Ufermann. Denn aus den richtigen Pilzen kann man nicht nur schmackhafte Mahlzeiten zaubern, sondern auch mit ihnen Basteln, Färben oder Pilztinte herstellen. Da staunen einige der Führungsteilnehmer schon. Dann erklärt die Gästeführerin Generelles zu den besonderen Pflanzen. "Pilze sind Zersetzer. Ohne sie würde die gesamte Natur nicht funktionieren", erklärt Jutta Becker-Ufermann. Auch für die Wanderung in den Wald auf der Halde gibt es noch ein paar Ratschläge. Angst vor den Pilzen müssten die Teilnehmer nicht haben. "Man kann jeden Pilz anfassen. Sie sind nicht kontaktgiftig", erklärt sie.

Nur essen sollte man eben nicht jeden Pilz, den man im Wald findet. Generell gilt, dass Pilze immer durchgegart werden sollten. Und natürlich sollte man keine Pilze zu sich nehmen, bei denen man nicht vollkommen sicher ist, um welche Exemplare es sich handelt. "Es wäre schade, wenn Ihr Euch eine Pilzpfanne mit Freunden teilt und das dann für alle die letzte Mahlzeit ist", scherzt Jutta Becker-Ufermann. Ihr Tipp für die Anfänger beim Pilzsammeln: Lieber nach Röhrenpilzen schauen, als nach solchen, die Lamellen haben. "Es gibt bei den Röhrenpilzen keine, die tödlich sind. Im schlimmsten Fall bekommt man Magenprobleme", erläutert die Fachfrau.

Und dann geht es in den Wald auf Pilzsuche. Zunächst wird die Gruppe unter Führung von Jutta Becker-Ufermann dabei nicht fündig. Der Boden ist zu trocken und die Pilze brauchen Feuchtigkeit zum Wachsen. Immer wieder lassen die Führungsteilnehmer ihre Blicke von den Pfaden in die nahen Büsche schweifen, um eventuell doch noch einen Pilz zu entdecken. "Es ist einfach schön, im Wald unterwegs zu sein. Man kann sich entspannen und viele Eindrücke sammeln", kommentiert Jutta Becker-Ufermann die erstmal wenig erfolgreiche Pilzjagd. "Es geht auch darum, die Natur zu erleben."

So führt sie dann die Gruppe auch etwas weg von den Pfaden, die durch den Wald führen. Über braunes Laub auf dem Waldboden geht es weiter, hindurch zwischen Bäumen und über kleine Lichtungen. Und prompt werden die Führungsteilnehmer fündig. Auf einigen Bäumen, die umgekippt im Wald liegen, wachsen einige besonders große Exemplare. Mit kleinen Spiegeln werden diese genauer untersucht und dann mit einem Messer geerntet. Die Gruppe nimmt einen in einem Korb mit. Auch einige weitere kleine Exemplare finden die Pilzsammler auf ihrem Weg durch den Wald.

Schließlich geht es zurück zum Parkplatz. Mit einem der Bestimmungsbücher aus ihrem Kofferraum zeigt Jutta Becher-Ufermann den Führungsteilnehmern, wie sich Pilze zuordnen lassen. Manchmal rät das Buch auch zum Geschmackstest, wobei man sofort wieder ausspucken sollte. "Man kann nicht schmecken, ob ein Pilz giftig ist. Knollenblätterpilze sollen ganz lecker sein", sagt die Fachfrau. Die Zuordnung der gefunden Pilze nimmt etwas Zeit in Anspruch. "Man muss da schon etwas Geduld haben und sich in das Thema reinarbeiten", sagt sie. Dann kann sich der Ausflug in den Wald auch lohnen.

Quelle: RP
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