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Wesel
Aus für zwei Voerder Kraftwerksblöcke

Wesel. Die RWE AG beabsichtigt seit längerem, die beiden Blöcke Voerde A und B des Steag-Kraftwerkes in Möllen stillzulegen, da sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und Millionenverluste in den kommenden Jahren die Folge wären. Die Abschaltung soll nach den Plänen des Essener Energiekonzerns nun zum 31. März 2017 geschehen. "Die Stilllegung ist der Bundesnetzagentur und dem Übertragungsnetzbetreiber angezeigt und nach den Regeln über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarkts (REMIT) öffentlich bekannt gemacht worden", wie RWE-Sprecher Lothar Lambertz gestern auf Anfrage mitteilte. Die Steag sieht keine rechtliche Handhabe, die Umsetzung der RWE-Pläne zu verhindern, ihr ist es nicht möglich, die beiden Kraftwerksblöcke zu übernehmen und den dort produzierten Strom selbst zu vermarkten. Von Heinz Schild und Jörg Werner

Ob nach der Stilllegung von Voerde A und B die beiden verbleibenden Kraftwerksblöcke West 1 und 2 noch rentabel arbeiten können, ist fraglich. Die Steag hat nach Aussage von Pressesprecherin Frauke Riva zur Zukunft der Blöcke West 1 und 2 "noch keine Entscheidung getroffen". Nun gehe es darum, einen Interessenausgleich für die von der geplanten Stilllegung betroffenen Mitarbeiter vorzubereiten, so Riva. Im Kraftwerk sind von der Stilllegung 110 Mitarbeiter betroffen, weitere 100 aus der Instandhaltung sollen neue Aufgaben erhalten. Für die Kraftwerksblöcke West sind 70 Mitarbeiter zuständig.

Bei der Bundesnetzagentur ist, wie deren Pressesprecher Michael Reifenberg gestern erklärte, die Stilllegungsanzeige für die Voerder Kraftwerksblöcke eingegangen. Nun muss der Übertragungsnetzbetreiber (in diesem Fall Amprion), der für die Infrastruktur der überregionalen Stromnetze, deren bedarfsgerechte Instandhaltung und Dimensionierung zuständig ist, eine Stellungnahme abgeben, ob die Blöcke systemrelevant sind. Anschließend prüft die Bundesnetzagentur ihrerseits den Sachverhalt und entscheidet, ob die Stilllegung genehmigt werden kann.

Die Mindestfrist für die Prüfung und Stellungnahme des Übertragungsnetzbetreibers beträgt ein Jahr. Bei der RWE AG ist man überzeugt, dass die Blöcke nicht systemrelevant sind, wie Lothar Lambertz sagte.

Die Stadt Voerde sieht sich als Opfer energiepolitischer Entscheidungen, die sie nicht beeinflussen kann.

Quelle: RP
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