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Wesel
Aushilfen in der Innenstadt verzweifelt gesucht

Wesel. Auffallend: In den Schaufenstern zahlreicher Geschäfte, Cafés und Handwerksbetrieben hängen Stellenanzeigen. Von Henning Rasche

Seit acht Monaten, seit Eröffnung ihres eigenen Cafés in der Weseler Fußgängerzone also, sucht Cornelia Rademacher nach qualifizierten Mitarbeitern. Doch obwohl sich fast zwei Bewerber pro Woche im Café Kuchenzauber an der Brückstraße melden, findet die 56-Jährige keine Service- und Küchenmitarbeiter, die ihren Anforderungen entsprechen. "Viele kommen und weisen direkt auf ihre Krankheiten hin, andere brauchen nur einen Stempel für das Arbeitsamt", erzählt Rademacher. Dabei wolle sie doch nur Mitarbeiter, die erkennen, dass das Wasser in der Kaffeemaschine nachgefüllt werden müsse oder die Tabletts einmal abgewischt. Aber das sei quasi unmöglich.

So wie Cornelia Rademacher geht es einigen Geschäften, Cafés, Apothekern, Metzgern oder Friseuren in der Innenstadt. In etlichen Schaufenstern hängen kleinere und größere Zettel, auf denen um Aushilfen geworben wird. Wilhelm Bommann, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Niederrhein, erläutert, dass der Handel ähnlich wie das Handwerk um Fachkräfte kämpfen müsse. "Unser Problem ist, dass wir ein schlechteres Image haben. Das liegt an den Arbeitszeiten und an der vermeintlich niedrigen Bezahlung", sagt er. Es sei sehr schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Bommann kann zwar nicht den Trend zu einem gewaltigen Einstellungsschub erkennen, aber dass viele Händler Verstärkung suchen, läge wohl auch am Weihnachtsverkauf. Sabine Hanzen-Paprotta, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Wesel, weist darauf hin, dass es viele Motivationen gebe, um einen Minijob anzunehmen - etwa als Wiedereintritt auf den Arbeitsmarkt oder als Ergänzung. Die Agentur vermittle aber vornehmlich in sozialversicherungspflichtige Stellen.

Quelle: RP
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