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Hamminkeln/Wesel
Autobahnanschluss stellt Umgehung in den Schatten

Hamminkeln/Wesel. Die Brüner Bürgerinitiative befürchtet durch einen neuen Autobahnanschluss eine stärkere Verkehrsbelastung im Dorf.

Die Bürgerinitiative Ortsumgehung Brünen (BOB) hat beim Voerder SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Krüger nachgefragt, wie es um den Planungsstand der Ortsumgehung Brünen steht. Wie in solchen Fällen üblich, hat er das Verkehrsministerium kontaktiert und nun von Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) eine Antwort erhalten.

Fazit: Die Brüner Ortsumgehung ist in einem neuen Zusammenhang zu sehen. Denn im Zuge des Neubaus der Weseler Rheinbrücke und der anstehenden Südumgehung geht es um die Verkehrsströme insgesamt. Ein neuer Autobahnanschluss scheint gesichert, eine Ortsumgehung laut BOB aber nicht. Das würde Folgen für das Verkehrsaufkommen im Dorf haben.

Das heißt erstens: Der vierstreifige Ausbau der Schermbecker Landstraße (B 58) bis zur A 3, der lange im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen stand, wurde vom Land nicht mehr vorgeschlagen. Zweitens: Stattdessen werden die Verkehrsbeziehungen neu geordnet. So soll die B 70 einen neuen Autobahnanschluss an der Venninghauser Straße erhalten. Die Ortsumgehung Brünen soll in diesem Zusammenhang im Bundesverkehrswegeplan neu bewertet werden.

Allerdings ist das Straßenvorhaben insgesamt eher auf Wesel zugeschnitten. Denn dort würde durch eine neue Auffahrt die Feldstraße im Ortsteil Obrighoven entlastet - ein altes Thema in der Kreisstadt - und der ansteigende Verkehr durch die Rheinbrücke besser verteilt. Eine Auffahrt könnte dagegen in Brünen mehr Verkehr anziehen.

Laut Auskunft aus Berlin werden die angemeldeten Projekte nun systematisch bewertet. Dabei geht es auch um die Finanzierung. Zum Schluss folgt die Dringlichkeitseinstufung im Wegeplan und die politische Entscheidung. "Wir fordern den Anschluss an die A 3 an der Venninghauser Straße mit einer allumfassenden Brüner Ortsumgehung. Diese würde kaum bewohnte Flächen tangieren, ein Großteil der Straßen ist bereits vorhanden", sagte Franz Galikowski von BOB.

Er fordert kurzfristig eine verstärkte Verkehrsüberwachung und die Ausweitung der Tempo-30-Beschilderung.

(thh)
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