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Polizei sucht nach Zeugen
Automatensprenger in Wesel scheitern

Versuchte Automatensprengung in Wesel
Versuchte Automatensprengung in Wesel FOTO: Schulmann
Wesel/Moers. Unbekannte Täter haben in Wesel versucht, einen Geldautomaten zu sprengen. Ob ein Zusammenhang zu einer ähnlichen Tat am Vortag in Moers besteht, ist noch unklar.

Der Vorfall geschah in der möglichen Zeit zwischen Mittwoch, 20 Uhr, bis Donnerstag, 3.50 Uhr, wie die Polizei berichtete. Unbekannte schlugen die Scheibe einer Glasschiebetür einer Bäckereifiliale an der Weseler Straße ein. Im Inneren versuchten die Täter dann, einen Geldautomaten gewaltsam zu öffnen. Dieser Versuch misslang. Die Täter verließen schließlich die Bäckerei, ohne Bargeld erbeutet zu haben.

Inwieweit die Tat in Zusammenhang mit weiteren Automatensprengungen am Niederrhein in den vergangenen Wochen steht, ist noch nicht klar. In Moers hatten am Mittwochmorgen unbekannte Täter einen Geldautomaten der Deutschen Bank gesprengt. Die Tat geschah gegen 4.04 Uhr. Die Polizei wird umgehend alarmiert. Die Beamten sehen noch einen davonrasenden BMW M5, der langsam fährt, bei Anblick der Polizei aber rapide beschleunigt, zwei rote Ampeln überfährt und über die Autobahn Richtung Venlo flüchtet. Beute machen die Täter nicht. Aber sie hinterlassen einen immensen Sachschaden in der Bank in Höhe von 10.000 Euro. Der Schaden in Moers: 10.000.

Zuvor waren in den vergangenen Wochen mehrere Banken am linken Niederrhein heimgesucht worden Auch dabei war ein silberfarbener BMW am Tatort gesehen worden. Betroffen waren unter anderem Geldinstitute in den Krefelder Stadtteilen Uerdingen und Fischeln. Zuvor hatte das Landeskriminalamt NRW nach mehreren Festnahmen einen Rückgang der Geldautomaten-Sprengungen beobachtet. So sank die Zahl der versuchten und vollzogenen Sprengungen bis Mitte Mai 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent auf 33 Fälle. Im entsprechenden Zeitraum 2016 waren es noch 47 Attacken.

Die Polizei geht davon aus, dass eine Tätergruppe aus den Niederlanden hinter einem Großteil der Sprengungen steckt. Nach LKA-Angaben besteht die Gruppe aus rund 250 jungen Niederländern aus dem Raum Utrecht/Amsterdam. Noch im April hatte die Polizei in Utrecht einen 28-Jährigen festgenommen, der mit einem Komplizen im vergangenen Jahr an 17 Automatensprengungen in NRW und Niedersachsen beteiligt gewesen sein soll. Sachdienliche Hinweise im neuen Weseler Fall an die Polizei in Wesel, Tel.: 0281 107-0.

(sep/ock)