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Rp-Thema Offene Fraktionssitzungen Zur Bäderfrage
Bad: Auch Heubergpark wäre problematisch

Rp-Thema Offene Fraktionssitzungen Zur Bäderfrage: Bad: Auch Heubergpark wäre problematisch
Franz Michelbrink (im Vordergrund) präsentierte gestern erste Details, wie das neue Bad aussehen könnte. Die Debatte über den Standort überlagerte den Abend. FOTO: Jana Bauch
Wesel. SPD und CDU diskutierten in den Fraktionen mit Bürgern die Badpläne. Bäderchef Michelbrink stellte Details vor - aber die Standortfrage bleibt. Von Sebastian Peters und Thomas Hesse

Wesel Gut möglich, dass nach dem Besuch der offenen Fraktionssitzung der SPD gestern Abend beim einen oder anderen Teilnehmer mehr Fragezeichen sind als vor der Sitzung. Schuld daran trug nicht der Referent des Abends, Franz Michelbrink als Bäderchef von Wesel. Schuld trug auch nicht die Form der SPD-Veranstaltung als offene Debatte, die Teilnehmer wie Ralph List von der DLRG ausdrücklich lobten. Und doch fragten sich viele Besucher: Kann man über Details eines Bades reden, ohne den Standort des zu kennen?

Es herrscht Konfusion beim Thema Kombibad. Anfang der Woche hatte Stadtchefin Ulrike Westkamp (SPD) mitgeteilt, dass das Land ein Kombibad am Rhein nicht genehmigen könne. Wie unsere Redaktion danach exklusiv berichtete, widerspricht die Staatskanzlei der Stadtchefin an entscheidender Stelle: Demnach sei der Bau eines Bades am Standort Rhein neben dem jetzigen Freibad sehr wohl möglich; allerdings müsse dann das Bad in ein Gesamtkonzept mit Wohnbebauung eingebettet werden.

Für zusätzliche Verwirrung sorgt seit gestern ein weiteres Faktum: Am von der Stadtverwaltung schnell gepriesenen Alternativstandort Heubergpark könnten, wie Franz Michelbrink betonte, ebenfalls Schwierigkeiten auf die Stadt zukommen. Dort verlaufen quer durch den Park zwei Entwässerungskanäle. "Eine Verlagerung würde 10.000 Euro pro laufenden Meter kosten", sagte der Bäderchef. Zudem lägen dort Thyssengasleitungen und Teile der alten Befestigungsanlage - Kasematten und Gänge der alten Festung - für Wesel.

Die Stadt jedenfalls redet jetzt erneut mit der Staatskanzlei. Danach soll feststehen, wo gebaut werden kann. Planungsrechtlich, so sagte es SPD-Fraktionschef Ludger Hovest, sei am Heubergpark Bauen möglich. Alternativen zu den beiden diskutierten Flächen - am Rhein und im Heubergpark - schloss er aus: "Wenn am Freibadstandort nicht gebaut werden kann, dann bauen wir im Heubergpark." Er nannte aber lange diskutierte Flächen wie das alte Flachglasgelände, den Sportplatz an der Lippe oder die Eissporthalle. "Die haben wir alle zwei Jahre lang debattiert."

Zu den Details des Bades aus Sicht der Bäder GmbH sprach Geschäftsführer Michelbrink. Er betonte: "Die Struktur eines Bades hängt nur von zehn Prozent vom Standort ab." Geplant sind demnach ein Sportbecken, ein Therapiebecken, ein Lehrschwimmbecken und ein Kleinkinderbereich. • Das Sportbecken sollte 15 mal 25 Meter groß werden, sechs Bahnen haben, einen Ein- und einen Dreimeterturm sowie eine Wassergewöhnungstreppe erhalten. Optional sind hier Massagedüsen im Nichtschwimmerbereich, eine "Relax-Tribüne" für Zuschauer bei Wettkämpfen oder für Badegäste zur Pause sowie eine Akustikdecke. Als "Kann"-Elemente nannte er auch Wasserrutsche und Kletterwand.

Das Lehrschwimmbecken soll eine Wasserfläche von acht mal 12,5 Metern haben, soll mit einem Hubboden versehen sein, Haltestangen und eine Wassergewöhnungstreppe haben.

• Das Therapiebecken sieht Michelbrink als notwendig an. Eine erhöhte Wassertemperatur soll dieses haben, bei identischer Größe wie das Lehrschwimmbecken.

Das Kleinkindbecken soll bei einer Wasserfläche von 40 Quadratmetern eine Wassertiefe von 40 Zentimetern haben, die Wassertemperatur soll bei 32 Grad Celsius liegen. Die Becken sollten "in Fantasieform" kindgerecht angeordnet sein, mit Spielelementen und - optional - kleiner Wasserrutsche. Zielgruppe: junge Familien.

• Eine Sauna würde Michelbrink begrüßen. Dann aber, so der Bäderchef, wären auch mehrere Saunenarten nötig: Aufgusssauna, Kaminsauna, Erdsauna sowie eine Panoramasauna - etwa mit Blick auf den Rhein - im Falle des Standortes in Rheinnähe. Ein Außenpool mit 1,30 Metern Wassertiefe wäre nötig, auch ein großer Saunagarten mit Massageraum und zwei Ruheräume.

Die Beckenbereiche, so Michelbrink, sollten generell getrennt werden, so dass es nicht zu laut im Bad wird. Das ist eine der Lehren aus dem Besuch anderer Bäder.

Ein Stimmungsbild des gestrigen Abends einzufangen, ist schwierig. Es meldeten sich nur wenige Bürger, die aber kontinuierlich. Der Weseler Helge Grünweller etwa forderte, das Bad zentral zu legen. Am Rhein sei es viel zu weit entfernt von der City. Es gab aber auch Stimmen, die den Standort Rhein favorisieren.

Quelle: RP
 
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