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Wesel/Voerde
Bäckerei Ernsting investiert Millionen

Wesel/Voerde: Bäckerei Ernsting investiert Millionen
Mit diesem Plakat werben Ludger (r.) und Johannes Ernsting für ihren Neubau an der Frankfurter Straße. Aktuell sind sie auf der Suche nach Mietinteressenten. Sind die gefunden, sollen die Baumaschinen anrücken. FOTO: Stoffel, Arnulf (ast)
Wesel/Voerde. In Wesel-Lippedorf, wo einst die Bandidos ihr Vereinheim hatten, will das Friedrichsfelder Familienunternehmen ab Frühjahr 2016 ein Bürogebäude errichten lassen und einen Teil seiner Verwaltung dorthin auslagern. Von Klaus Nikolei

An der Frankfurter Straße in Lippedorf, also im Niemandsland zwischen der Lippe und dem Wesel-Datteln-Kanal, wird im nächsten Jahr ein rund 2,5 Millionen Euro teurer Neubau entstehen. Bauherr ist die Bäckerei Ernsting aus Friedrichsfeld (siehe Infobox), die hier ein Bürohaus mit schmucker Penthauswohnung sowie mehreren Garagen plant. Zwei der vier jeweils 150 Quadratmeter großen Büros will die Firma Ernsting selbst nutzen. Denn: "Wir platzen hier in Friedrichsfeld mittlerweile aus allen Nähten", sagt Seniorchef Ludger Ernsting (57). Als er im Jahr 2000 von Spellen in einen ehemaligen Rewe-Markt gezogen ist, um dort Backstube und Verwaltung unter einem Dach zu haben, beschäftigte er im Büro gerade mal eine Fachkraft mit halber Stundenzahl. "Mittlerweile haben wir neun Leute in der Verwaltung, weil wir einfach alles dokumentieren müssen", fügt Juniorchef Johannes Ernsting hinzu. Der 25-Jährige wird die Penthousewohnung beziehen und dann die meiste Zeit im Neubau in Lippedorf tätig sein.

Dass die Bauarbeiten auf dem früheren Gelände der Firma Containerdienst Jonnek noch nicht begonnen haben, hängt damit zusammen, dass Vater und Sohn Ernsting noch auf der Suche nach einem oder mehreren Interessenten sind, die die beiden freien Büros mieten wollen. Doch beide sind optimistisch, dass es in den nächsten Monaten zu einem Vertragsabschluss kommen wird. Die Bauzeit soll zwischen sechs und neun Monaten dauern.

Durch Zufall erfuhr Ludger Ernsting vor gut drei Jahren, dass das Grundstück zum Verkauf stand, auf dem unter anderem auch die Bandidos ihr Vereinsheim hatten. "Als mein Sohn Johannes mir signalisiert hat, dass er das Geschäft einmal übernehmen würde, habe ich den Kaufentschluss gefasst", erinnert er sich. Mittlerweile hat das 1954 gegründete Familienunternehmen 21 Filialen im der Region - von Walsum im Süden bis Wesel im Norden sowie in Drevenack und Dorsten.

Auf der Suche nach neuen Räumen in Wesel hatten Ludger und Johannes Ernsting kurzzeitig auch mit der Verbands-Sparkasse Kontakt aufgenommen und über das Objekt Ex-Dom-Café an der Ecke Dimmerstraße/Brückstraße geredet. Doch letztlich kam es nicht zu einem Vertragsabschluss. "Doch grundsätzlich sind wir an guten Standorten in der Kreisstadt immer interessiert", sagt der Juniorchef.

Das Verwaltungsgebäude in Lippedorf ist übrigens nicht das erste Bauprojekt des Unternehmens. In Voerde am Marktplatz hatte Ludger Ernsting bereits vor sechs Jahren ein Geschäftshaus errichten lassen, in dem sich unter anderem eine Filiale der Sparkasse befindet. Und gegenüber des Einkaufscenters Neutorgalerie ist vor fast genau einem Jahr ein schmucker Pavillon mit Café, Eisdiele und Pizzeria entstanden.

Quelle: RP
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