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Wesel
Bäckerei-Kette Karl insolvent, Betrieb soll weitergehen

Wesel: Bäckerei-Kette Karl insolvent, Betrieb soll weitergehen
Ein Tablett Baguettes. FOTO: dpa, Karl-Josef Hildenbrand
Wesel. Das in Hünxe ansässige Bäckerei-Unternehmen Karl ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Duisburg hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Duisburger Rechtsanwalt Dr. Sebastian Henneke bestellt.

Die Kette beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter und betreibt rund 70 Filialen und Backshops von Emmerich bis Neuss. Die Zentrale befindet sich an der Max-Planck-Straße. "Der Geschäftsbetrieb wird aufrechterhalten, ein Investorenprozess ist eingeleitet worden", erklärte gestern Clemens Haakmann, Mitarbeiter des vorläufigen Insolvenzverwalters. Ziel sei es, die Arbeitsplätze im Betrieb zu erhalten und einen Investor zu finden, der das Unternehmen übernimmt. Zu Hintergründen für die Insolvenz wollte Clemens Haakmann sich nicht äußern.

Die Bäckerei Karl ist aus der früheren Bäckerei Siebrecht hervorgegangen. Die Gründerfamlie Siebrecht verkaufte 2009 ihre Geschäftsanteile an den Minderheitsgesellschafter Karl-Heinz Wehe. Als Grund gibt Firmengründer Rainer Siebrecht, "unüberbrückbare Differenzen" mit Wehe an. Den neuen Gesellschaftern gestattete die Familie, den Unternehmensnamen weiter zu nutzen. Nach der Übernahme der Anteile führte Karl-Heinz Wehe die Bäckerei Siebrecht als Gesellschafter und Geschäftsführer mit neuem Partner. 2013 musste Wehe dann Insolvenz anmelden, schon damals fungierte Rechtsanwalt Henneke als Insolvenzverwalter.

Um die Geschäfte fortführen zu können, wurde im März 2014 eine neue Gesellschaft gegründet, die Bäckerei Karl GmbH. Auch in diesem Unternehmen war Karl-Heinz Wehe anschließend als Geschäftsführer tätig - und zuversichtlich, den Betrieb erfolgreich weiterführen und sogar ausbauen zu können. Doch im vergangenen Monat wurde für die Bäckerei Karl GmbH ebenfalls ein Insolvenzantrag beim Duisburger Amtsgericht gestellt.

Rainer Siebrecht, der um seinen guten Namen fürchtet, betonte, dass die Gründerfamilie Siebrecht weder mit dem Insolvenzverfahren 2013 zu tun gehabt habe noch am aktuellen Verfahren beteiligt sei. Dennoch hoffe er aus alter Verbundenheit, dass sich für das von ihm und seiner Frau gegründete Unternehmen und die vielen langjährigen Mitarbeiter "ein Investor findet, mit dem es positiv in die Zukunft geht."

(hsd)
 
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