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Wesel
Bagger kappt Kabel: Bahnhof ohne Strom

Wesel: Bagger kappt Kabel: Bahnhof ohne Strom
Unter anderem ein Vorschlaghammer und ein Bagger, der auf Schienen rollen kann, sind schon da. So schnell wie möglich, verspricht die Bahn, soll nun der Umbau des Bahnsteiges an Gleis 2 (l.) in Angriff genommen werden. Wegen einer Insolvenz hatten die Arbeiten viele Monate geruht. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Die von der Bahn angekündigte Wiederaufnahme der Bahnsteigsanierung startete gestern mit Vorbereitungsarbeiten. Heute soll's dann richtig losgehen. Im DB-Reisezentrum konnten bis zum Nachmittag keine Tickets verkauft werden. Von Klaus Nikolei

So mancher Pendler hat gestern genau hingeschaut, ob die Bahn ihr Versprechen gehalten und die Sanierungsarbeiten am Bahnsteig zu Gleis 2 tatsächlich wieder aufgenommen hat - und wird mehr oder weniger enttäuscht gewesen sein. Denn von eifrig werkelnden Arbeitern in neonfarbenen Warnwesten war nichts zu sehen. Das heißt aber nicht, dass sich nicht doch etwas getan hat.

"Die von uns neu beauftragte Baufirma ist mit dem Aufbau der Überfahrt zwischen dem Parkplatz und dem Bahnsteig an Gleis 2 beschäftigt", erklärte eine Bahnsprecherin gestern auf Anfrage der RP. Ziel sei es, dass es nach Abschluss der vorbereitenden Arbeiten heute nun richtig losgehe. Bekanntlich hatte die Baustelle seit dem Frühjahr geruht, weil eine zuvor von der Bahn beauftragte Firma Insolvenz angemeldet hatte.

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehörte es auch, in Höhe des Stellwerks am Ende des Park-and-ride-Parkplatzes einige Zentimeter Boden zur Seite zu schieben für den Aufbau eines Krans. Dabei hatte ein Baggerfahrer bereits Dienstagabend irrtümlich ein in der Erde liegendes Stromkabel beschädigt. Die Folge war, dass gestern im DB-Reisezentrum sämtliche Computer und Lichter ausgefallen sind und auch die Fahrkartenautomaten in der Eingangshalle nicht mehr funktioniert haben. Der zeitweise praktisch zum Nichtstun verdammte Bahnmitarbeiter konnte Reisende nur zum Automaten in der Unterführung schicken. Ab 14.30 Uhr allerdings, so teilte die Bahnsprecherin mit, habe alles wieder funktioniert. Von dem Stromausfall betroffen seien auch einige Mieter gewesen. Ob auch die Zeitschriftenhandlung dazu gehört hat, konnte sie nicht sagen. Auf jeden Fall ist der Eingang des Geschäftes durch Bauzäune leicht verdeckt. Denn eine Fachfirma ist damit beschäftigt, die mehrere Meter hohen und in die Jahre gekommenen Fenster der Eingangshalle aus- und neue einzubauen. Das Geld für die Modernisierung stammt aus dem 50.000-Euro-Topf (Stichwort: Sonderprogramm "Zukunft Bahn"), aus dem auch die Mittel für den Neuanstrich des Fußgängertunnels stammen.

Doch zurück zu den Arbeiten im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 (MOF 2), die nach Angaben der Bahn Ende 2017 abgeschlossen sein sollen. Erneuert werden mehrere Bahnsteige, Bodenbeläge und Dächer. Gearbeitet wird auch an einer neuen Beleuchtungsanlage sowie an einer Bahnsteigausstattung mit Vitrinen, Sitzmöglichkeiten und einem neuen Wegeleitsystem. Die Gesamtkosten betragen 3,8 Millionen Euro. Bund und Bahn tragen zusammen allein 3,5 Millionen.

Quelle: RP
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