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Wesel
"Bahnchef soll sich Chaos ansehen"

Wesel: "Bahnchef soll sich Chaos ansehen"
Würden sich über einen Besuch von Bahnchef Grube freuen (v.l.): Ruth Freßmann, Peter Schmidt, Cristin Rehberg und Ludger Hovest. FOTO: Nikolei
Wesel. SPD-Fraktionschef Ludger Hovest beklagt Zustand der Bahnsteige und hat Rüdiger Grube eingeladen. Von Klaus Nikolei

Der Zustand des Weseler Bahnhofs ist SPD-Fraktionschef Ludger Hovest schon lange ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass seit geraumer Zeit einer der Aufzüge defekt ist und nicht repariert wird. Ihn wurmt vor allem, dass sich seit der Insolvenz einer Baufirma im Frühjahr an den Bahnsteigen nichts mehr tut. Zwar hat er in dieser Woche in der RP gelesen, dass die Bahn eine neue Firma angeheuert hat und Mitte Oktober endlich loslegen will, damit Ende 2017 das 3,8-Millionen-Projekt abgeschlossen werden kann. Doch seine Skepsis ist groß. So groß, dass er einen Brief an Bahnchef Rüdiger Grube geschrieben hat.

In dem prangert er einerseits das "Chaos auf den Bahnsteigen" an und lädt Grube gleichzeitig ein, sich die Sache vor Ort einmal selbst anzusehen und den Bahnkunden zu erklären, bis wann "diese Schande" beseitigt wird. "Wir freuen uns auf Ihr Kommen, bringen Sie gut 6000 Regenschirme für Ihre täglichen Kunden mit und lassen Sie diese nicht im Regen stehen", heißt im letzten Abschnitt der Einladung. Und ganz zum Schluss bittet Hovest: "Teilen Sie uns mit, wann und mit welchem Zug Sie in Wesel ankommen. Wir empfangen Sie mit Freude und ,Großem Bahnhof', in der Hoffnung auf eine schnelle Sanierung der Bahnsteige."

Eine Kopie des Schreibens an Rüdiger Grube hat Ludger Hovest, assistiert von dem Ratsmitglieder-Trio Ruth Freßmann, Cristin Rehberg und Peter Schmidt, gestern am Bahnsteig 2 zahlreichen Pressevertretern überreicht und die Gelegenheit ergriffen, unverblümt seine Meinung kund zu tun.

"Das sieht hier aus, wie nach dem Zweiten Weltkrieg und ist eine Schande für den ganzen Niederrhein", wettert Hovest. Weil die zuständigen Leute in der Region die Sache "offensichtlich nicht geregelt bekommen, muss der Bahnhof Chefsache werden". Und dann lässt er den Blick über die Bahnsteige schweifen. "Das einzige, was hier passiert ist, sind an einem oder zwei Gleisen 180 Meter neuer Boden - mehr nicht. Das Wartehäuschen ist siffig, Dächer sind abmontiert worden, so dass die 6000 Pendler täglich und die Weseler Bahnreisenden bei schlechtem Wetter wortwörtlich im Regen stehen." Und ganz nebenbei erzählt er, dass er wegen fehlender Gepäckförderbänder einer Frau geholfen habe, einen Koffer zum Bahnsteig zu schleppen.

Wie gesagt, dass die Bahn ihr Versprechen hält und Mitte des Monats die Sanierungsarbeiten fortsetzen will, daran glaubt Hovest nicht. "Wir legen uns die ganze Sache mal auf den 25. Oktober auf Wiedervorlage und schauen, was passiert ist."

Übrigens hat sich nach der Berichterstattung zur Situation am Bahnhof RP-Leserin Andrea Dahmen aus Blumenkamp zu Wort gemeldet. Sie kann nicht verstehen, "warum es in der Eingangshalle und auch an den Bahnsteigen keine Sitzbänke gibt. Gerade ältere Menschen müssen sich auch mal hinsetzen können". Außerdem vermisst sie ein Dach auf der "seltsamen Holzkonstruktion, die da auf dem Bahnsteig errichtet wurde".

Quelle: RP
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