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Hamminkeln
Bauen im "Wasserloch" an der Leege Heide wird erlaubt

Hamminkeln. Im Planungsausschuss wurden Bedenken gegen eine Hinterlandbebauung in Mehrhoog geäußert.

Am Ende stand ein klares Ergebnis: Die Hinterlandbebauung an der Leege Heide in Mehrhoog darf stattfinden, der Hamminkelner Planungsausschuss brachte den Bebauungsplan auf den Weg. Vorher und weiterhin unter dem nachhaltigen Eindruck der Starkregenereignisse im Mai und Juni dieses Jahres hatte sich aber Skepsis ausgebreitet, ob angesichts der Grundwasserprobleme das Areal sinnvoll sei.

"Müssen wir nicht die Bürger schützen, dort zu bauen? Die Leege Heide ist ein Wasserloch", sagte Bruno Lipkowsky (SPD), blieb dann aber bei merkwürdiger Unentschiedenheit, da er Bauinteressen nicht behindern wolle. Dabei gibt es weiterhin hohe Grundwasserstände und dauerhaften Protest aus Mehrhoog, was die Folgen des Hochwassers betrifft.

Manfred Boshuven als städtischer Planer empfand das im Ausschuss als "Totschlagargument". Denn: "Das würde grundsätzlich Baugrundstücke und Möglichkeiten zur Nachverdichtung beschränken." Wilhelm Kloppert (CDU) meinte, dass "die Leute, die dort bauen wollen, doch über die Situation Bescheid wissen". Was wiederum Johannes Flaswinkel (Grüne) "makaber" fand.

Flaswinkel verwies auf die Stellungnahme des Kreises zum Baugebiet. Der forderte eindeutige Regelungen, dass das auf den zusätzlich geschaffenen Baugrundstücken anfallende Regenwasser nicht in den Kanal fließt, sondern auf den Flächen versickert. Hintergrund: Der vorhandene Kanal hat bei starkem Regen keine Kapazität mehr. Damit aber jeder Häuslebauer Bescheid weiß, wie die Rahmenbedingungen sind, soll das an das Plangebiet angrenzende Überschwemmungsgebiet des Wolfsstranges in der Zeichnung dargestellt werden. Mit dem Zusatz, dass bei extremen Hochwasserereignissen Überflutungen möglich sind. Der Wolfsstrang mit seinem geringen Gefälle gilt als Mitursache, dass die Grundwasserstände weiterhin hoch sind. Immerhin, so befand Flaswinkel: "Wer hier neu baut, kann sich durch entsprechende Einbauten gegen Grundwasser schützen."

(thh)
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