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Hauptversammlung
Bauverein AG bereitet sich akribisch vor

Wesel. Die kontroversen Meinungen nach dem Eklat um die abgebrochene jüngste Hauptversammlung bestehen weiter.

Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski, der sich in der RP als "Privatperson" zu den aktienrechtlichen Problemen des Wohnungsunternehmens geäußert hatte und damit auch Vorstand Anett Leuchtmann unterstützte, kritisierte erneut den Weseler FDP-Fraktionschef Bernd Reuther. Derweil rüstet sich die Bauverein AG mit besonderer Sorgfalt auf die nach einem Urteil des Düsseldorfer Landgerichts nachzuholende, außerordentliche Hauptversammlung. Ziel: erneutes Abbruch-Desaster vermeiden.

Romanski verwahrte sich gegen Reuthers Antwort, er habe das Auskunftsrecht von Aktionären bezweifelt. "Ziemlich dreist, dies in meine Stellungnahme hineinzuinterpretieren. Ich habe nie gesagt, dass kein Auskunftsrecht besteht. Ein anderes Thema ist, ob die Fragen beantwortbar sind", sagte Romanski. Eine andere Frage ist, warum er sich, früher Vorstand einer AG und erfahren mit Hauptversammmlungen, überhaupt "privat" zu Wort meldet, was sich in der öffentlichen Wahrnehmung von seiner Funktion als Bürgermeister schwer trennen lässt. "Der Geschäftszweck des Bauvereins hat eine soziale Komponente. Dazu passt es nicht, dass vinkulierte Namensaktien per Treuhandvertrag an rein wirtschaftlich orientierte Aktionäre vergeben werden", erklärte er. Zum Hintegrund dürfte auch gehören, dass Hamminkeln eine eigene städtische Wohnungsbaugesellschaft beratschlagt.

Der Bauverein selbst fürchtet erneute Nachfragen des Meerbuscher Aktionärs Rolf Hauschild und seiner Vertreter. Er verfügt über rund fünf Prozent der Aktien über Treuhandverträge und hat zehn Prozent Dividende verlangt. Statt abends trifft man sich nun um 9 Uhr im Welcome-Hotel und nicht wie sonst im Tannenhäuschen. Zeitlich ist so am 9. November also Luft nach hinten. Außerdem verfügt das Hotel über genug Nebenräume, um per Backoffice Auskünfte zu organisieren. Wenn alles glatt geht, wird 5,5 Prozent Dividende beschlossen (143.550 Euro bei 2,61 Millionen Grundkapital). Dabei wird es wohl auch um die Rolle des Gesellschaftervertreters Jürgen Linz (CDU) gehen. Ludger Hovest (SPD) hatte diese Position zuvor inne, heute ist er Aufsichtsrat. Aufsichtsratsvorsitzende Ulrike Westkamp soll Linz, möglicherweise zuvor Hovest, eingeladen haben, was aktienrechtlich bedenklich scheint. Sie ist abgetaucht. Stattdessen hat Hovest die Rolle besetzt, die einem Vorsitzenden gleichkommt.

(thh)
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