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Wesel
„Die Waben füllen und leeren“

Wesel: „Die Waben füllen und leeren“
Der Secondhand-Laden des St. Josef-Hauses – hier Melanie, Sonja, die kleine Angelique und deren Mutter Anja – ist bereits ein Treffpunkt. Nun will sich das Mehrgenerationenhaus noch weiter öffnen und wachsen. FOTO: RPO
Wesel. Überzeugende Vorstellung: Sozialdienst katholischer Frauen hatte SPD-Fraktion zu Gast und erläuterte Pläne fürs Projekt Mehrgenerationenhaus. Zuwendungsbescheid vom Bund ist da. 10 000 Euro fließen noch in 2006. Von Fritz Schubert

Sozialdienst katholischer Frauen – das klinge doch für sie als Evangelische irgendwie behaftet, altbacken und wenig augenfällig, meinte Ulla Hornemann und schickte gleich hinterher, dass der Begriff Arbeiterwohlfahrt auch nicht besser sei. Die Gastgeberinnen vom SkF, bei denen die SPD-Fraktion Montagabend zu Gast war, nahmen es ganz gelassen und mit Humor. „Schauen sie uns an. Wir haben keine Zöpfe“, sagte Geschäftsführerin Anne Oberdorfer vom St. Josef-Haus. Und Vorsitzende Elisabeth Schnieders übersetzte SkF so: „Sozial, kreativ, flexibel.“

Dass da was dran sein muss, hat das Bundesfamilienministerium bekanntlich jüngst honoriert und die Weseler Einrichtung in den Kreis der geförderten Mehrgenerationenhäuser aufgenommen. Das Vorhaben ist bereits in Gang. Montag kam der Zuwendungsbescheid. 10 000 Euro gibt es noch in diesem Jahr. Ein Diplom-Pädagoge als Projektorganisator ist eingestellt. Jeweils 40 000 Euro gibt es in den kommenden zwei Jahren. Verlängerung ist möglich.

Stelle ist besetzt, neues Logo fertig

Oberdorfer stellte den Genossen vor, dass daran mit voller Kraft gearbeitet wird. Auch an einem Feld, das der SkF bislang naturgemäß ausließ: Öffentlichkeitsarbeit. Das Mutter- und-Kind-Heim lebt gerade davon, dass es ein geschützter Bereich ist. Das muss es auch bleiben. Aber aus den vielfältigen bereits bestehenden und geplanten Angeboten will und muss der SkF jetzt mehr machen. Eine Werbeagentur hat projektbegleitend schon ein Logo entwickelt: Drei Puzzleteile in rot, blau und grün bilden das Mehrgenerationenhaus.

Anne Oberdorfer stellt sich das als „Bienenstock mit unterschiedlichen Waben“ vor, „die von den Menschen gefüllt und wieder geleert werden“. Es gibt eine Kindertagesstätte mit zwei Gruppen für drei- bis 14-Jährige, die ganzjährig und ganztägig offen ist. Es gibt eine Krisenwohnung, das Heim und den Secondhand-Laden, dessen Treffpunkt-Funktion ausgebaut werden soll. Es gibt auch HiT (Hauswirtschaft im Team): Der Service bietet kochen, waschen, putzen, einkaufen und auch Grabpflege für jedermann durch Menschen mit Behinderung – für 15,35 Euro pro Stunde.

Folgen sollen Sprachkurse für Migrantinnen und ihre Kinder, PC- und Handykurse von Jugendlichen für Senioren, Beschäftigung für arbeitslose Jugendliche durch pensionierte Handwerksmeister, gesunde Kost zum Mitnehmen und, und, und . . . Zulauf durch Werbung.

Quelle: RP
 
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