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Niederrhein
"Bei der Siegerehrung hatte ich Gänsehaut"

Niederrhein: "Bei der Siegerehrung hatte ich Gänsehaut"
FOTO: Stoffel, Arnulf (ast)
Niederrhein. René de Boer hat den Sieg von Nico Hülkenberg in Le Mans miterlebt und ein Buch darüber geschrieben. Von Christian Cadel

Motoren heulen auf, Gummi bleibt auf dem Asphalt, und los geht's für die Fahrer des 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Am Ende ist das Porsche-Team um den Emmericher Formel 1-Star Nico Hülkenberg der lachende Sieger.

Rund 250.000 Zuschauer haben das Renn-Spektakel im Juni des gerade abgelaufenen Jahres verfolgt. Hautnah dabei: der Kevelaerer René de Boer. Schon seit vielen Jahren verfolgt der 42-Jährige den internationalen Rennzirkus als Berichterstatter - auch für die Rheinische Post. Dieses Mal waren seine Eindrücke von Le Mans so vielfältig, dass ein Buch über den Porsche-Sieg entstanden ist.

"Ich war noch gar nicht wieder zu Hause, da erhielt ich vom Gruppe C Motorsport Verlag aus Duisburg die Anfrage, ob ich meine Eindrücke nicht in einem Buch festhalten wolle. Ich habe sofort zugestimmt", sagt de Boer. In engem Kontakt mit dem Verlag entstand innerhalb weniger Wochen das 192 Seiten starke Werk über den Porsche-Sieg. Die größte Herausforderung für den Kevelaerer war, seine Erlebnisse zu filtern und der Wichtigkeit nach zu ordnen. "Ich hätte noch mehr schreiben können", sagt er.

Seit wenigen Wochen ist das Buch "Porsche Victory 2015" für 40 Euro im Handel erhältlich. Darin thematisiert de Boer nicht nur das eigentliche Rennen auf dem rund 15 Kilometer langen Kurs in Le Mans, sondern auch die Vorbereitungen, Trainingssitzungen sowie Geschichten aus der Boxengasse.

"Insgesamt war ich eine Woche in Le Mans. Das Besondere ist, dass es jeden Tag die Möglichkeit gab, mit den Fahrern ins Gespräch zu kommen", sagt der gebürtige Niederländer. So unterhielt sich de Boer nicht nur mit dem deutschen Formel-1-Star Nico Hülkenberg aus Emmerich, der mit Earl Bamber (AUS) und Nick Tandy (UK) das Siegerteam bildete, sondern kam auch Mark Webber (ehemaliger Teamkollege von Sebastian Vettel in der Formel 1) und dem Hollywood-Schauspieler Patrick Dempsey ziemlich nah. "Patrick Dempsey ist schon seit einigen Jahren auch als Fahrer unterwegs und sorgt immer für Hollywood-Flair. Man kann auch sehr gut erkennen, dass er mit voller Leidenschaft dabei ist", sagt de Boer. 440 Farbfotos von insgesamt acht Fotografen sorgen im Buch für visuelle Impressionen und verdeutlichen das, was an dem Rennwochenende alles passiert ist. "Die Atmosphäre ist einfach einzigartig - vor allem nachts. Bei der Siegerehrung hatte ich wirklich Gänsehaut. Diesmal lag besondere Brisanz in dem Rennen, schließlich bekämpfte sich das Porsche-Team mit der Audi-Mannschaft. Seit Jahren ist das ein Rivalen-Duell", erklärt de Boer.

René de Boer kennt sich schließlich aus. Seit seiner frühesten Kindheit schwärmt er für den Motorsport. "Autos fand ich schon immer faszinierend. Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich in den Niederlanden Lokalreporter für Motorsport. Danach habe ich studiert und wurde Wirtschaftsprüfer. Das war mir aber irgendwann zu langweilig. So wurde ich freier Journalist und berichte nun für einige Zeitungen und Internetportale. Außerdem mache ich auch noch etwas PR und erledige Auftragsarbeiten, wie Übersetzungen." Seinen Laptop hatte de Boer auch in Le Mans stets griffbereit, um die digitale Welt mit den neuesten Geschichten zu versorgen. Als er schließlich zu Hause ankam, schrieb er die Texte zu seinem Buch nicht nur in Deutsch, sondern auch gleich in Englisch.

Nachdem sie auch noch ins Französische übersetzt worden waren, konnte die Buchproduktion beginnen. Auf jeder Seite befinden sich neben Hochglanzfotos alle Texte in drei Sprachen nebeneinander. "Es ist schon ein tolles Gefühl, ein eigenes Buch geschrieben zu haben", sagt de Boer. "Ganz wichtig ist, dass es kein Sponsorbuch von Porsche, sondern ein eigenes Projekt ist."

Und darin stecken nicht nur viele Infos und Bilder, sondern auch viel Leidenschaft. "Der letzte Satz im Buch lautet: ,Le Mans bleibt etwas Besonderes'. Das gilt nicht nur für den Motorsport, sondern auch für mich ganz persönlich", sagt der Kevelaerer.

Quelle: RP
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