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Wesel
Bekommt Wesel ein Niederrheinmuseum?

Wesel. Der Freundeskreis Niederrheinische Geschichte möchte im Preußen-Museum ein Haus, das von Bürgern getragen und akzeptiert wird.

Ein Niederrheinmuseum an der Zitadelle - schon lange hat der Weseler Dr. Hans Scholten diese Vision und setzt sich dafür ein. Wie er nun mitteilt, sehe der Landschaftsverband Rheinland (LVR) vor, ein solches Museum einzurichten. Sobald die Sanierung des Preußen-Museums beendet ist, sollen die Planungen für das neue Haus vorangetrieben werden, heißt es auf der Homepage des Freundeskreises Niederrheinische Geschichte, den Scholten Anfang 2015 gemeinsam mit Dagmar Ewert-Kruse gründete.

Da die Gründung eines Niederrheinmuseums natürlich die bereits vorhandene Landschaft beeinflusst, wünscht sich Scholten eine Vernetzung und Beschränkung des neuen Museums auf Inhalte, die es nicht bereits in anderen Häusern zu sehen gibt. "Ein von den Niederrheinern getragenes und akzeptiertes Museum" - das stellt sich der Freundeskreis vor.

Auf ihrer Homepage haben die Aktiven eine Denkschrift zum neuen Museum veröffentlicht. Gekoppelt ist das Ganze mit einer Aufforderung zur Diskussion und Kritik. Bürger können ihre Gedanken zum neuen Museum äußern. Alle abgegebenen Beiträge möchte Scholten gemeinsam mit seinem eigenen Papier in die Überlegungen des LVR einbringen. Die Museumslandschaft am Niederrhein und auch in den benachbarten Niederlanden sei vielfältig und biete vor allem zusammen betrachtet einen bedeutenden Fundus, schreibt Scholten in seiner Denkschrift. Das Internet liefere die Möglichkeit, trotz räumlicher Trennung die Exponate der einzelnen Museen gemeinsam zu betrachten, plädiert der Weseler für eine digitale Vernetzung.

Funde aus der Eiszeit könnten im Niederrheinmuseum gezeigt werden, regt Scholten an. Bei Auskiesungen seien hierzulande zahlreiche solcher Funde gemacht worden. Sie seien in vielen Museen zu sehen und erzeugten überall Interesse. Um sich abzuheben und Dopplungen zu vermeiden, solle das neue Haus besonders spektakuläre Stücke zeigen. Ähnliches schlägt der Weseler für Exponate aus der nacheiszeitlichen Besiedelung vor.

"Wesentliches und Wertvolles" wünscht er sich zudem aus der Bronzezeit und dem Beginn der Eisenzeit, der Fränkischen Epoche, der Zeit der Entstehung der Städte sowie aus der Geschichte der Herzogtümer Geldern und Kleve. Die Malerdynastie um Baegert und Barthel Bruyn sowie die Reformationszeit am Niederrhein schlägt Dr. Hans Scholten in seiner Denkschrift als weitere Themen vor. Und natürlich dürfe auch die Preußenzeit nicht fehlen. Die Geschichte des unteren Niederrheins gliedere sich in eine Reihe wichtiger Teilabschnitte, betont der Weseler. In einem Niederrheinmuseum, wie er es sich vorstellt, müssten diese Abschnitte in Relation zueinander betrachtet werden. Das sei in einer einzigen Ausstellung nicht möglich.

Info Der Freundeskreis Niederrheinische Geschichte hofft auf die Beteiligung vieler Bürger, die ihre Wünsche und Anregungen zum geplanten Niederrheinmuseum mit in die Planung einbringen. Die Denkschrift und weitere Informationen über den Freundeskreis und seine verschiedenen Aktivitäten gibt es im Internet unter "www.freundeskreis-niederrheinische-geschichte.de".

(gasch)
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