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Wesel
Beliebtes Ausflugsziel: Diersfordter Wald

Wesel: Beliebtes Ausflugsziel: Diersfordter Wald
Das erste frische Grün sprießt in diesen Tagen. Für Naturfreunde beginnt jetzt bald die schönste Zeit im Jahr. FOTO: Markus Weissenfels
Wesel. Wer die Natur mag, wird einen Spaziergang durch das Wildgatter an der B 8 lieben. Hier kann man Wildtiere beobachten und sich an der Vegetation erfreuen. Das Land NRW überlegt, im Jahr 2020 das 350 Hektar große Areal zu erwerben.

Die B 8 führt von Bergerfurth Richtung Weseler Innenstadt mitten durch den Diersfordter Wald. Direkt neben der Bundesstraße, die auf diesem Abschnitt Emmericher Straße heißt, liegt mit dem Wildgatter ein beliebtes Ausflugsziel. Gerade an Wochenenden trifft man dort zahlreiche Wanderer, Nordic-Walker, Jogger und Radfahrer, die einfach raus in die Natur wollen. Doch wie der Name schon sagt, kann man hier auch mit etwas Geduld und Glück Wild beobachten - eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Aber schon allein die Spaziergänge entlang der Hirschkäferroute oder über den Moorerlebnisweg sind ein Genuss für jeden Naturliebhaber.

Die Schlossherren von Diersfordt ließen um das Jahr 1900 ein großes Wildgatter für die Jagd errichten. Eine alte Karte zeigt, dass es früher beidseitig der heutigen Bundesstraße lag. In dem aktuell noch etwa 350 Hektar großen Gehege leben schätzungsweise 30 Rothirsche, etwa genauso viele Damhirsche und Wildschweine sowie etwas weniger Mufflons. Wildschleusen ermöglichen Besuchern den Zugang zum Gatter.

Wer Geduld mitbringt und etwas Glück hat, der kann im Diersfordter Wald auch Schwarzwild beobachten. FOTO: WEISSENFELS, Markus

Eigentümer des Wildgatters ist seit dem Jahr 2000 Alexander Graf zu Stolberg. Er berichtet, dass vor etwa zehn Jahren mehrmals sogenannte kriminelle "Naturbefreier" Löcher in den Zaun geschnitten hätten und Wildschweine so aus dem Gatter entwichen sind. "Seitdem haben wir dort jährlich drei bis fünf Wildunfälle auf der B 8", ergänzt Graf zu Stolberg, der im Gatter das Jagdrecht hat und einer Gruppe von sieben Niederländern erlaubt hat, dort zu jagen. Diese erlegten etwa 80 bis 100 Wildschweine jährlich, um den Bestand etwa im Gleichgewicht zu halten. "Es ist immer wieder ein sehr schwieriger Balanceakt, den Interessen der Jagd, der Holzgewinnung, der Spaziergänger und Naturfreunde gleichermaßen gerecht zu werden", sagt Graf zu Stolberg.

Über zwei Eingänge gelangt man ins Wildgehege: Der nördliche Eingang befindet sich in der Nähe des ehemaligen Munitionsdepots an der Kreuzung Harderwycker Weg und Bislicher Wald Straße. Den größeren Eingang Süd erreicht man vom Parkplatz am Übungsgelände des Deutschen Sporthund-Vereins (DSV) Am Jäger, etwa 50 Meter vor der Kreuzung der B 8 mit Emmericher Straße und Bislicher Wald entfernt.

Ob Hirschkäferroute oder Moorerlebnisweg: beide Stecken lohnen sich. FOTO: Markus Weissenfels

Im Jahr 2020 hat das Land Nordrhein-Westfalen übrigens eine Option, den Grund und das Jagdrecht von Graf zu Stolberg abzukaufen. Nach aktuellem Stand wird es von dieser Möglichkeit wohl auch Gebrauch machen.

(jok)
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