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Wesel/Mülheim
Benedikt Hass hat eine Festanstellung

Wesel/Mülheim: Benedikt Hass hat eine Festanstellung
Da ist er, der Anstellungsvertrag, auf den Benedikt Hass so lange gewartet hat. Am 1. Dezember ist sein erster Arbeitstag bei der Mülheimer Firma Hatec. FOTO: Malz
Wesel/Mülheim. Der Weseler (23), dem Unternehmen trotz exzellenter Ausbildung wegen fehlender Berufserfahrung keine Chance geben wollten, hat endlich einen festen Job - beim Mülheimer Anlagenbauer Hatec. Von Klaus Nikolei und Michael Elsing

Das Lächeln will gar nicht mehr verschwinden aus dem Gesicht von Benedikt Hass. Es ist eine Mail des Anlagenbauers Hatec aus Mülheim an der Ruhr, die den 23-jährigen Weseler so glücklich macht. "Ich bin so froh, dass man mir jetzt den Arbeitsvertrag zugeschickt hat, den ich nur noch unterschreiben muss. Nächsten Dienstag, 1. Dezember, habe ich meinen ersten Tag als Projektleiter in der Fertigung bei Hatec."

Natürlich hat der gelernte Zerspanungsmechaniker und ausgebildete Techniker seine erste Festanstellung seiner Qualifikation und seinem angenehmen Auftreten zu verdanken. Doch ein klein wenig trägt auch die Rheinischen Post eine "Mitschuld" an seinem Glück. Denn Anfang des Monats hatte die RP über den topausgebildeten jungen Mann mit Fachabi, der Ausbildungsnote 1 und der Einladung zur Besten-Ehrung berichtet, der wegen mangelnder Berufserfahrung einfach keine Festanstellung gefunden hat.

Und das in Zeiten, in den immer wieder von Fachkräftemangel die Rede ist. Bei der Firma Hatec in Mülheim an der Ruhr hatte man das Interview der RP mit Hass mit Interesse gelesen und über die Redaktion Kontakt mit ihm aufgenommen. Auf ein erstes Kennenlernen inklusive Rundgang durch die Firma folgte ein Vorstellungsgespräch bei Geschäftsführer Thomas Abbas.

"In unserem Unternehmen stehen die Menschen im Vordergrund. Eine gute Qualifikation ist die eine Sache, aber mindestens genauso wichtig ist, ob der Bewerber in unser Team passt", erklärt Abbas. Und da überzeugte Hass den Hatec-Chef, weil "er im Gespräch gut rüberkam" und "ich den Eindruck hatte, dass er mit beiden Beinen im Leben steht". Abbas kann die Diskussion über Fachkräfte-Mangel ohnehin nicht ganz nachvollziehen. "Man darf sich auf der einen Seite nicht über den Mangel beschweren und dann nicht bereit sein, junge Menschen einzustellen", sagt er.

Für Hass beginnt jetzt eine neue Zeitrechnung. Vergesssen sind die Wochen, in denen er auch mächtig Frust geschoben hat. Kein Wunder, wenn man sich anstrengt, gute Noten erhält, sich weiter qualifiziert und dann bei Vorstellungsgesprächen immer wieder zu hören bekommt, dass einem die Berufserfahrung fehle. "Ich habe aus der ganzen Sache gelernt, dass man die Hoffnung nie aufgeben und den Kopf nie in den Sand stecken darf. Und ich bin der RP dankbar, dass sie mir die Chance gegeben hat, meine Geschichte zu erzählen." Und wenn er einmal richtig Karriere machen sollte, dann, so hat er versprochen, wird er wieder das Gespräch mit der RP suchen.

Quelle: RP
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