| 13.55 Uhr

Hamminkeln
Bernd Romanski schlägt Bannert-Schlabes knapp

Bernd Romanski ist neuer Bürgermeister von Hamminkeln
Bernd Romanski ist neuer Bürgermeister von Hamminkeln. FOTO: archiv
Hamminkeln. Bernd Romanski ist neuer Bürgermeister von Hamminkeln. Die Kandidat von SPD, FDP und freien Wählergruppen holte 52,66 Prozent der Stimmen. Roswitha Bannert-Schlabes, die für die CDU angetreten war, musste sich mit 47,43 Prozent knapp geschlagen geben. Von Thomas Hesse

Bis zum zwölften Stimmbezirk war die CDU-Welt gestern Abend noch in Ordnung. Die Dörfer wie Loikum und Wertherbruch lieferten zuverlässig für die CDU-Kandidatin Roswitha Bannert-Schlabes. Doch dann schob sich Bernd Romanski (SPD, unterstützt von USD und FDP) an die Spitze, die er bis zur Auszählung des 24. und letzten Wahlbezirks nicht mehr abgab. Nach 21 Stimmbezirken und den Zahlen aus dem Wahllokal Christophorus-Haus kam erster Jubel auf, Romanski war der Sieg nicht mehr zu nehmen. Um 18.54 Uhr steigerte sich der Jubelsturm um den ersten Sozialdemokraten, der den Chefsessel in Hamminkelns Rathaus erobert hat. Romanski hatte in einem spannenden Fight knapp mit 52,7 Prozent die Nase vorne, lag 5,4 Punkte vor Roswitha Bannert-Schlabes (CDU). Eine politische Zäsur für die Stadt. Wie langweilig waren dagegen doch die letzten Bürgermeisterwahlen 2009. Damals siegte Holger Schlierf mit 81,1 Prozent vor Johannes Flaswinkel von den Grünen (18,9 Prozent). Bei ordentlicher Wahlbeteiligung von 61,3 Prozent bei gleichzeitiger Kommunalwahl. Diesmal waren es schwache 49,2 Prozent.

Den Sieg fuhr Romanski vor allem in Brünen ein, wo er Bannert-Schlabes, ebenfalls aus Brünen, distanzierte, sowie in Ringenberg, wo der SPD-Mann seinen Heimvorteil nutzte. Den Durchbruch brachten die Gewinne im schwarzen Dingden, wo USD und die Wirtschaftsleute von Pro Mittelstand für den Wechsel getrommelt hatten. Besonders munter nahm Helmut Wisniewski das Ergebnis auf: "Ich weiß ja aus Erfahrung: Gewinner wird immer nur der, der von der USD unterstützt wird."

Die als Stadtkarte auf die Leinwand geworfenen Ergebnisse zeigten: Der Süden Hamminkelns ist rot, die CDU gewinnt in den nördlichen Bereichen, holt aber hier nicht genug Stimmen. Romanski, der mit der ganzen Familie in den Ratssaal gekommen war, resümierte: "Meine Gefühlslage ist super, es war ein toller Wahlkampf, wir haben neue Wege ausprobiert. In Brünen und Ringenberg war mein Ziel, sehr gute Ergebnisse zu holen. Das ist gelungen. Den Durchbruch hat das gute Abschneiden in Dingden gebracht." Roswitha Bannert-Schlabes, die mit versteinertem Gesicht erlebte, wie ihr anfänglicher Vorsprung dahinschmolz, war "enttäuscht,was sonst?" Sie sagte: "Das Ergebnis ist knapp, zwischendurch war es richtig spannend. Es hat nicht sollen sein. In der Ratsarbeit wird es nun um die Sacharbeit gehen, da wollen wir den Takt vorgeben." Parteichef Norbert Ness analysierte: "Traurig, aber knapp. Es gab nicht wenige, die haben uns weniger zugetraut. Unsere Kandidatin hat Hervorragendes geleistet." Politisch werde die CDU nicht die Wunden lecken, sondern der "Verantwortung als klar größte Fraktion gerecht werden". Es gehe darum, die wichtigen Themen Schulen, Haushalt und Flüchtlinge zu bewältigen. Und: "Fehler haben wir auch gemacht. Einer der größten war, dass wir uns nicht rechtzeitig von Walter Münnich getrennt haben. Dies Problem hat uns intern zu sehr beschäftigt und behindert."

Romanski legte vor der Auszählung demonstrative Entspanntheit an den Tag. Gestern Abend sah sich der Schalke-Fan erstmal die erste Halbzeit des Spiels gegen Mainz 05 im Fernsehen an, bevor er in den Ratssaal eilte. Dass die Knappen 2:1 gewannen, machte den Wahlabend perfekt - ein doppelter Sieg.

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