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Wesel/Hamminkeln
Betuwe-Initiativen fordern Sicherheit

Wesel/Hamminkeln: Betuwe-Initiativen fordern Sicherheit
Bessere Sicherheitsstandards fordern die Betuwe-Bürgerinitiativen. FOTO: MW
Wesel/Hamminkeln. Mit Blick auf das Zugunglück von Meerbusch fordert Sprecher Gert Bork aus Wesel die Landesregierung zum Handeln auf.

Der Verband der Bürgerinitiativen entlang der Bahn-Ausbaustrecke (Stichwort Betuwe) wiederholt mit Blick auf das Zugunglück in Meerbusch die Forderung nach mehr Sicherheit. "Es ist eingetreten, was laut Deutscher Bahn AG gar nicht eintreten kann", erklärte gestern Sprecher Gert Bork aus Wesel.

Die Bürgerinitiativen schlagen immer wieder Alarm, weil bestehende und geplante Sicherheitsvorkehrungen für die Betuwe-Linie aus ihrer Sicht nicht ausreichend sind und auch nicht den versprochenen internationalen Standards entsprechen. "Leider muss erst eine Beinahe-Katastrophe wie in Meerbusch passieren, damit das Thema Sicherheit wieder in den Fokus kommt", kritisiert Bork.

In Meerbusch mussten die Fahrgäste 54 Minuten warten, bis der Notfall-Manager der Bahn AG erschien, und weitere 30 Minuten, bis der Strom abgeschaltet und die Leitungen geerdet waren. Erst dann konnten die Feuerwehren und Rettungskräfte tätig werden. Bork: "Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn eine Explosion eines beschädigten Gefahrgut-Kesselwagens gedroht hätte. Oder bei Schwerstverletzten im Zug." Der Notfall-Manager sollte spätestens in 30 Minuten am Ort sein. Die Behauptung der Bahn AG, ihre Verspätung läge an einer fehlenden Erlaubnis für Blaulicht-Fahrten, sei schlicht falsch.

Das Problem der Stromerdung werde von der Bahn AG ignoriert. Was im europäischen Ausland Standard ist - eine Stromabschaltung im Abstand weniger Kilometer, direkt am Gleis durch die Feuerwehr abschaltbar - gebe es in Deutschland nur an Tunneln. Damit werde entlang der Trasse in Kauf genommen, dass Lösch- und Rettungsarbeiten lange verzögert werden.

In Briefen fordern die Bürgerinitiativen den NRW-Verkehrs- und den Innenminister sowie die Regierungspräsidentin auf, eine eigene Einwendung im Planfeststellungsverfahren zu machen. Die Aussage der vorigen Landesregierung, Land und die Bezirksregierung seien nicht zuständig, müsse zurückgenommen werden. Die lokalen Feuerwehren forderten schon seit Jahren ebenfalls diese Maßnahmen, die in den Niederlanden längst umgesetzt seien, erinnerte Gert Bork.

Quelle: RP
 
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