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Hamminkeln
Betuwe-Interesse ist ungebrochen

Hamminkeln. Johannes Flaswinkel (Grüne) und Michael Möllenbeck (SPD, beide aus Mehrhoog), sind sich einig. Die Bezirksregierung Düsseldorf sei mit dem Auftrag angetreten, die Erörterung zur Betuwe-Linie im Planfeststellungsabschnitt Mehrhoog zu Ende zu bringen und sei sehr bestimmend. "Wie bei der Klassenarbeit, als hätte man abgeschrieben", ärgert sich Möllenbeck. "Da ist nicht angekommen, dass man Großprojekte mit dem Bürger machen muss", glaubt Flaswinkel. Beispiel Troglage in Mehrhoog: Hier hatte die Bahn zugesagt, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung der Stadt zu nennen, die ihr Nein zahlenmäßig belegt. Sie hat sich aber nicht gerührt.

Gestern startete in der Hamminkelner Friedenshalle die Fortsetzung des Erörterungstermins, für den im ersten Anlauf die Zeit nicht gereicht hatte. Der Protest der Mehrhooger und viele Fragen von Einwendern hatten für eine zweite Auflage gesorgt. Die Stimmung sei angespannt, das Interesse ungebrochen, berichten Teilnehmer der nichtöffentlichen Veranstaltung. Bis Freitag läuft die Anhörung. Erschienen waren 80 private Einwender. Die Stadt Hamminkeln war mit vier Vertretern anwesend. Los ging es mit dem Punkt Erschütterungen, der letztes Mal nicht beendet worden war. Gestern erläuterte der Gutachter seine Berechnungen, Entwarnung für betroffene Hausbesitzer muss das nicht heißen. Durch die wachsende Anzahl von Zügen kann es durchaus zu so starken Erschütterungen kommen, dass Entschädigungen zu zahlen sind, wie Teilnehmer berichteten. Alternative wäre eine Aufrüstung der Gleisanlagen. Kritischer Punkt sind die Bahnübergänge, zehn auf Hamminkelner Gebiet werden beseitigt und erneuert, einige neue fassen bisherige Übergänge zusammen. Zum Themenkomplex gehört auch die Mehrhooger Bahnhofstraße und besagte Troglage, deren Behandlung aber schon abgeschlossen war. Flaswinkel und Möllenbeck möchten das Verfahren neu aufrollen, die Stadt will das bei der ersten Anhörung geschlossene Fass nicht wieder öffnen. Für sie geht es um viel Geld. Nur wenn Einigkeit über alle Bahnübergänge herrscht, werden sie vollständig finanziert. Das Land will den kommunalen Anteil von einem Zwölftel der Kosten nur dann übernehmen.

Einen Dissens kann sich Hamminkeln nicht leisten.

(thh)
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