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Kreis Wesel
Betuwe-Sprecher Gert Bork appelliert an Hannelore Kraft

Kreis Wesel. Der Verband der Bürgerinitiativen entlang der Betuwe-Linie "Betuwe - so nicht! sondern besser!" übt weiter Druck auf die Politik aus. Nach Spitzenbeamten wie den Landräten der Kreise Wesel und Kleve (RP berichtete) ist nun NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dran.

Gert Bork aus der Weseler Feldmark hat ihr einen Brief geschickt, in dem er an ihr Gewissen appelliert. "Wie wollen Sie den 471.000 Menschen am Niederrhein heute und im kommenden Wahlkampf erklären, warum für jeden einzelnen Offenburger Bürger 25.423 Euro für Lärmschutz aufgewendet werden, bei uns für jeden der 471. 000 Betroffenen noch nicht einmal 424 Euro für gesetzlichen Lärmschutz und minimale Sicherheit bewilligt werden, sondern nur null Euro?", fragt er.

Und erneut nutzt der Initiativen-Sprecher Bork das Schlagwort vom Bundesbürger zweiter Klasse. Scheinbar hoffe die Landespolitik, dass die NRW-Bürger nach über 20 Jahren ermüdet seien, schreibt der Weseler. Bork beklagt zudem leere Worthülsen der Politiker und dreiste Täuschungen, wie das von Bahnvorstand Grube getätigte Versprechen "höchster internationaler Sicherheitsstandards".

Dass nun Hannelore Kraft direkt angeschrieben wurde, begründen die Initiativen so: Seit Jahren gelinge es nicht, mit Unterstützung des Verkehrs- und Innenministeriums des Landes in einen positiven Dialog zu treten. Bork an Kraft: "Da beide Ministerien uns nicht helfen können oder wollen, wenden wir uns hiermit an Sie."

Der Blick auf Offenburg, wo der Lärmschutz nach jüngster Entscheidung aus Berlin deutlich über dem gesetzlichen Umfang angesetzt ist, zeige, dass die 59.000 Einwohner zählende Stadt für 1,5 Milliarden Euro einen Tunnel für Güterzüge erhält. Am Niederrhein fehlten vergleichsweise schmale 40 Millionen Euro für minimale Sicherheitsforderungen der Feuerwehren und 140 bis 160 Millionen Euro für gesetzlichen Lärmschutz.

(P.H./fws)
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