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Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 5)
Bewährtes Konzept: Begleiter für Azubis

Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 5): Bewährtes Konzept: Begleiter für Azubis
In der Expert-Filiale Dinslaken in der Neutor-Galerie (v. l.): Auszubildender Marcus Lantermann, Berufsberaterin Angelika Malik-Rau und Expert-Filialleiter Michael Terodde. FOTO: Schild
Wesel. In einigen Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Immer noch gibt es Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen. Und es gibt Arbeitgeber, die einen freien Ausbildungsplatz nicht besetzen konnten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Von Heinz Schild

Mancher Bewerber kann nur einen schwachen oder gar keinen Schulabschluss vorweisen, Ausbildungsbetriebe haben nicht die Möglichkeiten, sich intensiv um einen Auszubildenden mit Problemen zu kümmern, würden ihm aber eine Chance geben, wenn sie Unterstützung erhielten. Hier setzt die sogenannte Assistierte Ausbildung an. Die Agentur für Arbeit beauftragt dabei einen Bildungsträger, sich während der gesamten Lehrzeit um den Auszubildenden zu kümmern und ihn nach Kräften zu unterstützen. Die dafür anfallenden Kosten übernimmt die Arbeitsagentur beziehungsweise das Jobcenter. In der Assistierten Ausbildung befindet sich Marcus Lantermann. Der 22-Jährige ist im ersten Lehrjahr und macht seine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei Expert, dem Elektrofachmarkt im Dinslakener Einkaufszentrum Neutor-Galerie.

Ursprünglich wollte Marcus Lantermann Industriemechaniker werden und fand auch eine Lehrstelle. Doch aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung musste der Dinslakener diese Ausbildung aufgeben und sich neu orientieren. "Alle Jugendlichen haben die Chance verdient, eine Ausbildung zu machen", sagt Angelika Malik-Rau, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Dinslaken. Sie sah das Potenzial in dem jungen Mann und unterstützte ihn entsprechend ihren Möglichkeiten. Die Arbeitsagentur sah Marcus Lantermann für die Assisitierte Ausbildung vor und stellte ihm zur Unterstützung einen Bildungsträger an die Seite. Der knüpfte den Kontakt zu Expert und fragte bei Filialeiter Michael Terodde an, ob er dem Jugendlichen eine Chance geben würde. Eine sofortige Zusage für einen Ausbildungsplatz gab es zwar nicht, doch erhielt Marcus Lantermann die Möglichkeit, in dem Elektrofachmarkt ein Praktikum zu machen. "Auch um festzustellen, ob der Ausbildungsberuf des Kaufmanns im Einzelhandel etwas für ihn sein könnte", erinnert sich Michael Terodde. Marcus Lantermann nahm das Angebot an, obwohl er "anfangs selbst etwas skeptisch" war, wie er freimütig eingesteht. Aber seine Bedenken sollten sich nicht bestätigen. Die Arbeit bei Expert gefiel ihm und gefällt ihm immer noch. "Marcus Lantermann blühte im Betrieb auf, er bewährte sich im Praktikum, entwickelte Eigeninitiative und überzeugte", wie sein Chef von ihm sagt. Der Jugendliche bewährte sich, was dazu führte, dass sein Praktikum verlängert wurde, und Filialeiter Michael Terodd wusste, dass er einen Auszubildenden gefunden hatte. Im vergangenen Jahr begann Marcus Lantermann dann seine Assistierte Ausbildung bei Expert, er ist dort einer von drei Azubis. Seine Chancen, nach bestandener Abschlussprüfung übernommen zu werden stehen gut. "Wir bilden nicht für unsere Wettbewerber aus, sondern für den eigenen Betrieb", sagt Michael Terodde und verweist darauf, dass das Dinslakener Expert-Team kontinuierlich wächst. Als die Elektrofachmarkt-Filiale im Einkaufscenter 2014 eröffnete, startete sie mit 17 Beschäftigen, inzwischen ist deren Zahl auf 23 angestiegen. Im Sommer kommen noch zwei neue Azubis hinzu. Mittlere Reife als Schulabschluss mit guten Noten in Mathematik und Deutsch sind nach Aussage von Michael Terodde Vorausetzungen, eine Ausbildungsstelle als Verkäufer, Einzelhandelkaufmann oder Handelsfachwirt bei Expert in Dinslaken zu erhalten. Doch seien die Schulnoten letztlich nicht ausschlaggebend, denn der Filialeiter schaut auch auf die Fehlstunden, die seiner Ansicht nach viel über einen Bewerber aussagen.

Die Möglichkeit, eine Assistierte Ausbildung zu beginnen, ist noch recht neu. Das Angebot gibt es seit 2015, wie Sabine Hanzen-Paprotta von der Agentur für Arbeit Wesel berichtet. Gegenwärtig stehen 18 Plätze für Dinslaken zur Verfügung, weitere 18 für Wesel. Die Jugendlichen, die einen solchen Platz erhalten, werden durch alle Ausbildungsjahre begleitet und bekommen die Unterstützung, die sie für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss benötigen. Der Betrieb erhält die erforderliche Hilfestellung bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung. Die Aufnahme in eine Assistierte Ausbildung ist auch dann noch möglich, wenn die Lehre bereits begonnen worden ist.

KONTAKT: GEMEINSAMER ARBEITGEBER-SERVICE DER AGENTUR FÜR ARBEIT UND DES JOBCENTERS, TEL. 0800 4555520 (GEBÜHRENFREI) ODER: WESEL.ARBEITGEBER@ARBEITSAGENTUR.DE

Quelle: RP
 
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