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Marienhospital
Bewegende Segnung der Hospital-Kapelle

Marienhospital: Bewegende Segnung der Hospital-Kapelle
Krankenhauspfarrer Johannes Vermöhlen, Weihbischof Heinrich Janssen und Pfarrer Stefan Sühling (v.l.) bei der Einweihung. FOTO: Hermann
Wesel. So wie die neue Kapelle im Marienhospital jetzt ist, ist sie gut. Hell, nun in den langen Frühlingstagen besonders tröstend und stärkend. Hohe Fenster mit auf Linien und Farben reduzierten Symbolen geistiger Reifung des Menschen in der Hinwendung zum Unfassbaren, zu Gott und der im Gebet erfahrenen Antwort, bannen den Blick. Von Hanne Buschmann

Breite, sonnengelbe Farbbänder, behutsam mit leuchtendem Rot und dunklen Konturen gestärkt, durchwirken die klaren Glasflächen bis in die lichtblaue Himmelsweite. Der Glaskünstler Karl Heinz Traut aus Taunusstein entwarf die Fenster. Vorbildliche Formen für Kerzenhalter und elektrische Lichtquellen folgen dem Konzept. Mit gebrochenem Weiß sind die Wände getüncht. Der Fußboden aus großen Schieferplatten fasst alles zusammen. Nirgendwo Schnörkel.

Der erdhafte, aber nicht erdrückende Altarblock, Ambo, Tabernakel, Ewiges Licht, Apostelleuchter stehen im Raum und zueinander im rechten Größenverhältnis, was eine Grundvoraussetzung schon rein handwerklicher Arbeit ist. Die Orgel, nun in einer Nische, wurde den neuen Gegebenheiten - in vielleicht etwas schmerzlicher Notwendigkeit - angepasst. Aber sie klingt. Kleiner ist die neue Kapelle, sie ist keine Spitalkirche. Aber sie ist ein Ort, der Empfindungskräfte wecken kann. Aus dem Zentrum des Gebäudes ist er nun näher an das Alltagsgetriebe gerückt. Dass er auch da wahrgenommen wird, ist den Menschen, die darin sinnen, aufgegeben.

Die Priester am Altar - Weihbischof Heinrich Jansen, Pfarrer Stefan Sühling und Krankenhauspfarrer Johannes Vermöhlen - haben es bei der bewegenden Segnung der Kapelle vorgelebt. Wörtlich zu nehmen. Denn Weihbischof Wilfried Theising hatte aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt, ad hoc war der frühere Bischof Heinrich Jansen eingesprungen. Und so bekam die Feier einen Hauch von der wunderbaren Direktheit dieser neuen Situation, die ebensolche Teilhabe der Gemeinde bewirkte. Orgelspiel, Gemeindegesang, Hallelujarufe begleiteten die würdige Segnung des Ortes, der an das neue Jerusalem gemahnen soll.

Die indischen Ordensschwestern des Hospitals trugen die rituellen Geräte und die Reliquie der Seligen Schwester Euthymia, die einst in Dinslaken arbeitete, herbei. Bischof Jansen und Pfarrer Sühling legten das Reliquienkästchen in die vorgesehen Öffnung unter den Altar. "Wir segnen den Raum, damit ER bei uns ist, damit wir leben können", so bekannte Jansen in seiner Predigt. Das Ewige Licht wurde entzündet, die Kommunion vorbereitet und ausgeteilt. Sühling dankte dem Bischof, der Gemeinde und allen Menschen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des Ganzen beigetragen haben. Nach dem Schluss-Segen ging die Gemeinde in einen neuen Tag. Pfarrer Stefan Sühling und der Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte verabschiedeten die Gäste.

Quelle: RP
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