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Wesel
Bewerber für freie Lehrerstellen fehlen

Wesel. Heute ist der erste echte Ferientag - Schulamtsdirektorin Anna Maria Eicker schaut schon jetzt auf die Personallage danach. Okay besetzt sind die Kollegien der Grundschulen. Gleichwohl hofft das Schulamt, dass sich noch Interessenten für vakante Rektoren- und Konrektorenstellen finden. Von Klaus Nikolei

KREIS WESEL Die alte Sepp-Herberger-Weisheit "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" lässt sich problemlos auf viele andere Bereiche übertragen. So könnte man beispielsweise die Arbeit des Schulamtes für den Kreis Wesel durchaus mit "Nach dem Unterricht ist vor dem Unterricht" einfach und doch treffend beschreiben. Jedenfalls sind Schulamtsdirektorin Anna Maria Eicker und ihr Team auch in den Sommerferien damit beschäftigt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit möglichst alle 68 Grundschulen im Kreis Wesel am 24. August einen guten Start hinlegen.

Auch wenn längst nicht alle Stellen zum neuen Schuljahr besetzt sein werden, so ist Anna Maria Eicker mit der Gesamtsituation durchaus zufrieden.

Rektorenstellen Wie die RP kürzlich im überregionalen Teil berichtet hat, sind landesweit mehr als zehn Prozent aller Grundschulen ohne Leitung. "Im Kreis sind bis auf die Ebert-Schule in Kamp-Lintfort alle Grundschulen mit Rektoren versorgt", sagt die Schulamtssprecherin. Dass beispielsweise im abgelaufenen Schuljahr unter anderem die beiden Rektorenstellen in Schermbeck besetzt werden konnten, "nimmt uns eine große Sorge. Denn mit einem Kapitän fährt ein Schiff auch viel sicherer. Und im Landesvergleich sind wir wirklich gut aufgestellt."

Die Grundschule in Hamminkelnwird übrigens nach der Verabschiedung der langjährigen Rektorin Elisabeth Theurer (RP berichtete) ab dem 24. August zunächst von der Konrektorin geleitet. Die neue Schulleitung soll irgendwann in den Wochen danach ernannt werden. "Das Verfahren ist auf dem Weg", sagt Anna-Maria Eicker und bittet um Verständnis, dass sie aus rechtlichen Gründen keine Angaben zur Bewerberperson machen könne.

Konrektorenstellen Von den besagten 68 Grundschulen - deren Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren wegen gesunkener Anmeldezahlen um sechs bis sieben geschrumpft - haben 46 größere Schulen ein Anrecht auf eine Konrektorenstellen. Neun sind derzeit allerdings vakant. Zum Vergleich: Landesweit sind fast ein Drittel der 1900 Vertreterstellen nicht besetzt. Noch keine Bewerbungen liegen dem Schulamt beispielsweise für die ausgeschriebenen Konrektorenstellen an der Weseler Innenstadtgrundschule Böhlstraße, an der Schermbecker Maximilian-Kolbe-Grundschule und an der Mehrhooger Grundschule vor. "In solchen Fällen haben die Schulleiter natürlich die Möglichkeit, Aufgaben zu delegieren", erklärt die Schulamtsdirektorin. Für die auserkorene Lehrerin oder den Lehrer gebe es zwar keine Erhöhung des Gehaltes, dafür jedoch Entlastungsstunden. Neu besetzt wird übrigens die Konrektorenstelle an der Grundschule in Wesel-Büderich, deren bisheriger Teilstandort Ginderich am Freitag geschlossen wurde.

Lehrerstellen An den 2780 Grundschulen im Lande können hunderte freie Stelle nicht besetzt werden, weil einfach die Lehrer fehlen. Im Kreis Wesel sind zwölf Lehrerstellen ausgeschrieben, für die es bislang keine Bewerber gibt. Anna Maria Eicker hofft, dass sich die Situation im November verbessert. "Dann werden viele Lehramtsanwärter ihr 2. Staatsexamen abgelegt haben und dem Markt zur Verfügung stehen."

Im Kreisgebiet werden natürlich nicht nur zwölf neue Lehrkräfte gesucht, sondern viele andere mehr. Schließlich sind einige Kollegien durch Krankheitsfälle, Schwangerschaften und Kolleginnen in der Elternzeit ausgedünnt. Zwar stehen Finanzmittel des Landes für befristete Vertretungsstellen aus dem Programm "Geld statt Stellen" zur Verfügung, doch fehlen auch hier einfach die Bewerber.

Trotz allem ist Anna Maria Eicker der Überzeugung, dass alle Grundschulen wenigsten mit einem Minimum an Kollegen ins neue Schuljahr starten werden: "Vorausgesetzt, alle erholen sich in den Ferien gut und bleiben gesund".

Quelle: RP
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