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Hamminkeln
Blühende Oase am Loikumer Ortsrand

Hamminkeln: Blühende Oase am Loikumer Ortsrand
Wilhelm Itjeshorst (v.l.), Dorothee Grota, Heinrich Nienhaus, Hans-Joachim Berg, Dr. Wilhelm Podlatis und Hannelie Steinhoff freuen sich über neue Artenvielfalt am Loikumer Ortsrand. FOTO: Malz
Hamminkeln. Dorfgemeinschaft, Kirchengemeinde und Naturschutzstiftung Niederrhein haben eine große Blumenwiese entwickelt. Von Thomas Hesse

Der schwere Gewitterregen gestern Morgen konnte der üppig blühenden Blumenwiese am Loikumer Ortsrand nur zeitweise zusetzen. Die neue Artenvielfalt, dort wo einst eine Fichtenschonung stand, die der Friedhofsgärtner für Kränze nutzte, richtete sich schnell wieder auf nach den satten Güssen. Die Pflanzen können das Nass nach Hitze und Trockenheit am knallsonnigen Standort gut gebrauchen.

Am 5. Mai fand auf der zuvor gerodeten und gefrästen Fläche an der Straße Küppersfeld hinter der Loikumer Kirche die Einsaat statt, heute ist der Friedhofsvorplatz eine buntgetupfte Oase mit vorwiegend regionalen Pflanzen. Denn hier wurde spezielles regionaltypisches Saatgut ausgebracht für Pflanzen, auf die lokale Insektenarten angewiesen sind, und nicht durchgemischtes Tütensaatgut unbekannter Herkunft aus dem Gartencenter.

Schließlich wollen die Dorfgemeinschaft Loikum, die Katholische Kirchengemeinde und die Naturschutzstiftung Niederrhein eine standortgerechte Blumenwiese - eine sogenannte Glatthaferwiese -, die Baustein in einer ganzen Reihe möglichst vernetzter Ökoflächen ist. Gestern wurde das Projekt in Loikum vorgestellt.

Für Radtouristen und Besucher ist die kleine Oase leicht zu erreichen. Sie müssen den durchs Dorf führenden Radweg hinter der Kirche verlassen und dem Küppersfeld wenige Meter folgen. "Es macht Spaß, hier die Natur im Kleinen zu beobachten. Man kann ganz nahe an die Insekten herankommen. Das ist familientauglich", sagten Hannelie Steinhoff und Dr. Wilhelm Podlatis vom Stiftungsrat. Ausgangspunkt war eine dörfliche Initiative.

Dorothee und Bernhard Grota, rührig, wenn's ums Dorf geht, gefiel die überwucherte Fläche nicht. Auf dem Weg zurück zur Natur holten sie sich die Unterstützung von Saftkelterer van Nahmen, kamen in Kontakt mit der Stiftung, die beriet und Saatgut stellte, eine Bodenanalyse wurde gemacht und die Fläche aufwendig vorbereitet. Ein auf fünf Jahre angelegter Vertrag regelt Bestand und Pflege. Helfer, die bei ASG Wesel beschäftig sind und aus dem Dorf stammen, sind im Einsatz.

Nicht jeder im Dorf fand die Idee gut, manche wollten lieber ein korrektes Rasenstück. Doch das blühende Wunder überzeugt. "Das ist gut für Loikum", so die Grotas. Und für die Natur, wie Wilhelm Itjeshost von der Biologischen Station Kreis Wesel betonte und gleich Rotklee, Hornklee und Schafgarbe entdeckte. Das Projekt geht nun weiter. Ein weiteres überwuchertes Areal wird bald gemäht und für die Bepflanzung vorbereitet - mit anderem regionalen Saatgut, das zum hier halbschattigen Standort passt.

Quelle: RP
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