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Schermbeck/Hünxe
Bohrschlamm - Mülltourismus befürchtet

Schermbeck/Hünxe. Schermbecker Klaus Wasmuth fordert Entsorgung des Sonderabfalls in Niedersachsen. Von Fritz Schubert

Wie lange soll Bohrschlamm aus Niedersachsen noch auf der Sondermülldeponie Hünxe-Schermbeck landen? Das fragt sich der Schermbecker Klaus Wasmuth mit der Bitte, dass sich der Rat der Gemeinde und das Land NRW ebenfalls mit dieser Frage beschäftigen. Was der Ingenieur besonders befürchtet, sind jahrelanger Mülltourismus über die A 31 und bislang kaum abschätzbare Auswirkungen auf Mensch, Tier und Wasser. Hintergrund sind unter anderem Daten, die Wasmuth einer Vorlage des NRW-Umweltministeriums für den Fachausschuss des Landtags entnehmen konnte. Aus dem Bericht geht hervor, dass es in Niedersachsen noch rund 550 Lagerstellen mit Bohrschlamm gibt und für 2017 erste Erkenntnisse erwartet werden, "ob von diesen Gruben Umweltgefährdungen ausgehen".

Da dies derzeit ebenso unklar ist wie Anstalten Niedersachsens, für eigene Entsorgungsmöglichkeiten zu sorgen, ist der Vermessungsingenieur Wasmuth, in diesem Fall als Bürger und nicht als FDP-Mitglied, auftretend, alarmiert. Niedersachsen darf in Schermbeck-Hünxe seinen ölhaltigen Schlamm abladen, weil es selbst keine Möglichkeit dazu hat. Was passiert aber, so Wasmuth, wenn die Betriebsgenehmigung der Schermbecker Deponie ausläuft und in Niedersachsen immer noch Berge von Bohrschlamm ein sicheres beziehungsweise rechtlich abgesegnetes Lager suchen? Wird dann die Erlaubnis für die hiesige Deponie verlängert?

Wegen der dichten Tonschichten ist die Deponie für Lagerungen gefährlicher Stoffe gut geeignet. Dennoch macht er auf Risiken aufmerksam. Er erinnert an Brände auf der Deponie und daran, dass Mediziner im Nachklang wegen vermehrter Augenbeschwerden von Patienten eine epidemiologische Untersuchung gefordert hätten. Wegen benachbarter Sandlinsen seien Gefahren fürs Grundwasser nicht auszuschließen. Auch seien Bienen bereits von ausgasendem Material betroffen.

Quelle: RP
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