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Wesel
Brett traf Arbeiter am Kopf: Schmerzensgeld

Wesel. Richter Dreßler zeigte sich überrascht. Der Angeklagte, Chef einer Gerüstbaufirma, zahlt einem ehemaligen Mitarbeiter freiwillig ein Schmerzensgeld von 2400 Euro. Dabei stand der 44-Jährige kurz vorm Freispruch. Im September 2007 ereignete sich auf einer Baustelle in Wesel ein folgenschwerer Unfall. Beim Aufbau eines Gerüstes fiel ein Brett aus rund vier Metern Höhe und traf einen Arbeiter am Kopf.

Der 57 Jahre alte Mann, der keinen Schutzhelm trug, erlitt Schädelfrakturen, verbunden mit zwischenzeitlichem Sprach- und Gedächtnisverlust. Heute ist der Mann Frührentner. Dem Chef der Baufirma wurde von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, dass er das Gerüst nicht vorschriftsmäßig gesichert habe.

Im Lauf der Verhandlung zeigte sich der Gerüstbauer als äußerst verantwortungsbewusst. Regelmäßig wies er seine Arbeiter auf die Sicherheitsmaßnahmen hin, legte Wert auf Fortbildung. Ehemalige Mitarbeiter, als Zeugen geladen, bestätigten dies ohne Ausnahme. Auch der Geschädigte, der sich an den Unfall nicht erinnern kann.

Der Angeklagte war noch einen Tag vor dem Unfall auf der Baustelle. Dort war aber nach seiner Ansicht alles in Ordnung. "Ich habe meine Leute nur zusammengepfiffen, weil sie keine Helme trugen", berichtete der Chef. Ein Anwohner bestätigte, dass es an jenem Tag sehr windig war. Vermutlich hat ein Windstoß das Brett losgerissen. Dennoch hätte es das Opfer niemals treffen dürfen.

"Ein Gerüstkorb muss so abgesichert sein, dass nichts herunter fallen kann", erklärte der Sachverständige, der den Unfall damals untersucht hatte. In dem Falle war der Korb nur mit einem Strick gesichert. Der Angeklagte hatte das Gerüst tags zuvor noch überprüft. Als Chef war er für die Sicherheit an der Baustelle verantwortlich, so Richter Dreßler. Er riet dem Angeklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes. Der Gerüstbauer schlug die Summe von 2400 Euro vor, die von allen Seiten akzeptiert wurde.

Quelle: RP
 
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