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Wesel
Briefkastenfirmen: SPD fragt Banken

Wesel. Fraktionschef Hovest fordert Diskussion über das Thema Steuerhinterziehung.

SPD-Fraktionschef Ludger Hovest hat gestern an alle in der Stadt ansässigen Banken und auch an die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe einen offenen Brief geschickt. In dem teilt er den Verantwortlichen der Volksbank Rhein-Lippe, der Sparda-Bank, der Santander Consumer Bank, der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Targo Bank, der Postbank und der Sparkasse mit, dass das Thema Briefkastenfirmen derzeit etliche Bürger umtreibe. "Wie kann so etwas sein? Da muss der Gesetzgeber doch einschreiten. Gibt es so etwas auch in Wesel oder nur in der sogenannten ,Bösen Welt'?", zitiert Hovest die Fragen mehrerer Bürger und reicht diese an die Banken mit der Bitte, diese "öffentlich zu beantworten" weiter.

Genauer gesagt möchte er Antworten auf folgende Fragen haben: "Hat ihre Bank in der Vergangenheit Kunden dahingehend beraten und geholfen, Briefkastenfirmen zu gründen? Wenn ja, ist ab sofort Schluss damit?" Und: "Werden Sie zukünftig Kunden helfen, Briefkastenfirmen zu gründen?" Um seiner Bitte nach Beantwortung Nachdruck zu verleihen, betont Hovest, "dass die Bürger in Wesel auch deshalb so erbost sind und überhaupt kein Verständnis mehr haben, weil seit Jahren über Steuerflucht, Nummernkonten und das Betrügen des Staates geredet wird und scheinbar kein Ende in Sicht ist." Dank sei den "Whistleblowern", die die kriminelle Praxis, dem Staat zustehendes Geld zu entziehen, aufdecken und den "99 Prozent der Bürger, die ehrlich ihre Steuern bezahlten, Mut machen". Im Gespräch mit der RP sagt Hovest außerdem: "Die Schummeleien einiger Institute sind eine Schande. Das muss öffentlich diskutiert werden. Ich fordere klare Stellungnahmen."

(kwn)
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