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Hamminkeln
Brünen in der Vorreiterrolle

Hamminkeln: Brünen in der Vorreiterrolle
Dr. Claus Eppe (hinten rechts) besuchte die Bürgerwerkstatt. FOTO: Joosten
Hamminkeln. Der Verein Bürger für Brünen und Hamminkelns Stadtplaner bekamen gestern Besuch von Ministeriumsvertretern. Die schauten sich an, was die Förderung digitaler Vernetzung bewirkt hat. Von Thomas Hesse

Seit fast zwei Jahren ist der Verein Bürger für Brünen (BfB) aktiv, um den Ortsteil für alle Generationen lebenswert zu gestalten. Es hat sich was getan: Es ist ein Ruck durchs Dorf gegangen, und überraschend viele Aktive kümmern sich seitdem darum, Brünen voranzubringen. Der Verein hat mehrere Projektgruppen installiert, die sich um die Zukunftsthemen kümmern: "Dorfmitte und Dorfentwicklung", "Wohnen für Jung & Alt", "Verkehr und Mobilität", "Freizeit-Jugend-Sport", "Historisches Brünen", "Internet-Breitband und dörfliche Vernetzung" heißen sie. Die Gruppe "Rat und Hilfe" leistet in der Flüchtlingshilfe in Brünen wichtige Arbeit. Fast 70 Personen mischen ehrenamtlich mit.

Kennzeichen für den Aufbruch sind Hilfe und Anerkennung aus Düsseldorf. Denn das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr hat Brünen als eine von 14 Bürgerwerkstätten für das landesweite Projekt "Bürger vernetzen Nachbarschaften - Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel" ausgewählt. Gestern wurde ein erstes Fazit gezogen. Die im Ministerium eingerichtete Projektgruppe Quartiersentwicklung mit ihrem Geschäftsführer Dr. Claus Eppe kam ins Evangelische Gemeindehaus an der Rohstraße. Ansatz ist es, im Rahmen der sogenannten Quartiersakademie NRW, die Aktivitäten von Initiativen und Vereinen - Stichwort: Quartiersinitiativen - bei digitalen Anwendungen zu fördern, damit die Gruppen ihre Ziele vor Ort besser erreichen. "Es gibt kleine Orte und Ortsteile, die viel lernen können von Brünen und wie eine solche Initiative konkrete Ergebnisse erzielen kann", sagte er. Im Oktober bei einer sogenannten Verbundkonferenz in Essen sollen die Brüner ihre Tätigkeit präsentieren - im Tandem mit der Stadtverwaltung. Die Zusammenarbeit gilt als mustergültig. "Wenn man mit Ideen nicht vor die Wand rennt, sondern zeitnah Antworten bekommt, motiviert das", sagt Maic Hübert von "Rat & Hilfe".

Praktisches Beispiel: Am Pollmannsweg sollen Eigenheime entstehen, das erste Wohnbaugebiet seit Langem. Mit einer internen Online-Abfrage sammelte Bürger für Brünen in Rekordzeit 45 Interessenten. Das war konkreter Stoff, um das Ja der Politik einzuholen. "Mit einem unpolitischen Programm wird etwas bewegt, das funktioniert exzellent", sagte Bürgermeister Bernd Romanski. Das Bauprojekt mit 29 Einheiten kam so schnell in Fahrt, dass nächste Woche der erste Schritt zum Planungsrecht gemacht wird. Die Förderung der digitalen Struktur hat dabei geholfen. Sie bewirkt vor allem bessere, effiziente Kommunikation in einer internen Gruppe, die über die Plattform Humhub abgewickelt wird. Optisch sieht das aus wie (nichtöffentliches) Facebook. BfB-Mitglied Michael Kötter sagte dazu: "Wir hatten nicht mal eine vernünftige Homepage. Die gibt es jetzt so wie die Vernetzung, die die Kommunikation und Information ungemein erleichtert." Selbst ein kleines Brünen-Wikipedia gebe es dabei.

BfB-Chef Rolf Brögeler sagt, dass man so Schwung in die gemeinsame Arbeit bekommen habe, der weiter anhalte. "Das macht Riesenspaß, weil das Zusammenwirken so hervorragend läuft." Romanski, selbst Brüner, sieht vor allem den Zukunftsaspekt. Das Dorf werde als Wohn- und Arbeitsort attraktiv gehalten. Das wirkt, weil Brünen öffentlich als aktiv angesehen wird. Ein Beispiel ist, dass schon die Kindergärten vergrößert werden.

Quelle: RP
 
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