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Wesel
Büdericher Bus-Chaos

Wesel. Weil Busse zu voll sind, müssen Kinder teilweise von Eltern zur Schule gebracht werden. Der RVN gelobt Besserung. Von Klaus Nikolei

Bei einer ganzen Reihe von Büdericher Eltern, deren Kinder entweder das Konrad-Duden-Gymnasium oder die Konrad-Duden-Realschule in der Feldmark besuchen, ist die Wut groß. Denn seit Anfang des Schuljahres kommt es immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche entweder gar nicht - weil die Busse einfach zu voll sind - oder nur bis zum Weseler Bahnhof transportiert werden. Am Dienstag sind deshalb einige Schüler vom Bahnhof zu Fuß in das 3,6 Kilometer entfernte Schulzentrum Nord gelaufen. Dass auch andere Linienbusse in die Feldmark fahren, war den Mädchen und Jungen nicht bekannt.

"Da herrscht derzeit wirklich das absolute Chaos. Das geht gar nicht", sagt Kerstin Mengede, deren Tochter (10) seit August die Duden-Realschule besucht. Normalerweise hätte sie das Kind zur Realschule-Mitte geschickt. Doch die bildet keine fünften Klassen mehr, da sie langsam ausläuft. Dieser Umstand hat zur Folge, dass nun mehr Büdericher Kinder in der Duden-Realschule angemeldet sind und die Busse Richtung Feldmark deutlich voller sind, als von den Linienbusbetreibern angenommen.

"Es war zu Beginn des Schuljahres so, dass der Gelenkbus der Linie 67, der um 7.08 Uhr in Büderich losfährt, so voll war, dass vor allem ein Teil der ganz jungen Schüler nicht mehr reinpasste", erzählt Mengede. In ihrer Not hätten sich Eltern zu Fahrgemeinschaften zusammengeschlossen, die Kinder per Pkw in die Feldmark gebracht und sich im Rathaus beschwert.

"Absolut zu Recht", sagt Thorsten Hummel vom Team Schule und Sport und berichtet, dass man sofort mit der Bahn-Tochter RVN (Regionalverkehr Niederrhein) Kontakt aufgenommen und das Problem mit Uwe Schröder besprochen habe. Der Linienmanager mit Arbeitsplatz in Düsseldorf hat den Hilferuf aus dem Weseler Rathaus ernst genommen und dafür gesorgt, dass seit der zweiten September-Woche einer von zwei Bussen der Linie 68 - nämlich der um 7.16 Uhr - von Büderich nicht nur bis zum Weseler Bahnhof, sondern ebenfalls zum Schulzentrum Nord fährt. "Eigentlich hätten wir das alles mit dem Betriebsrat und der Bezirksregierung absprechen müssen und das Zusatzangebot erst nach den Herbstferien anbieten können. Doch wir wollten so schnell wie möglich helfen", sagt Schröder.

Dann allerdings ist es zu einer Panne gekommen, die der RVN-Experte "sehr bedauert". Die Busfahrerin eines Subunternehmern wusste nichts von der Neuregelung und hatte die Schüler von der linken Rheinseite am Dienstagmorgen einfach am Bahnhof abgesetzt. Nachdem sich nun Hummel und Schröder die Situation in Büderich morgens selbst angeschaut und mit den Busfahrern gesprochen haben, gehen sie davon aus, das nun alles glatt geht. Das hat Hummel den Betroffenen gestern auch in einer Mail mitgeteilt. "Die Bahn", heißt es in dem Schreiben, "hat sich entschuldigt und mir versichert, dass es nun nicht mehr zu solchen Zwischenfällen kommen wird."

Dass die Eltern trotzdem nicht zufrieden sind, hängt damit zusammen, dass sie befürchten, dass mit sinkenden Temperaturen und Regen wieder mehr Schüler vom Rad ab- und in den Bus einsteigen. Hummel kann das gut verstehen. "Wir haben daher die Bahn mehrfach aufgefordert, die Linie 68 auf einen großen Gelenkbus umzustellen. Einen verbindlichen Zeitplan gibt es aber noch nicht", so Hummel. Auf das Problem angesprochen sagt Schröder: "Ab November können wir einen Gelenkbus einsetzen. Bis dahin muss vielleicht ein Subunternehmer zusätzlich einen Bus einkaufen. Wir müssen sehen, wie wir das hinbekommen."

Quelle: RP
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