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Wesel
Bühne: Kreis fährt in mehreren Akten Mittel zurück

Wesel. Kompromiss fürs Landestheater gefunden. Lücke im Etat wird kleiner, aber Mehrheitsbündnis bleibt aber auf Sparkurs. Von Fritz Schubert

So viel Publikum gibt es im Kreistag selten: Gut 100 Freunde der Burghofbühne Dinslaken sowie Vertreter ebenfalls vom Sparkurs betroffener Verbände kamen gestern nach Wesel. Sie demonstrierten zunächst vor dem Gebäude, nutzten intensiv die der Sitzung vorgeschaltete Einwohnerfragestunde und folgten dann einem mehrstündigen Politik-Schauspiel. Für erstmalige Zuschauer mag dies durchaus Unterhaltungswert gehabt haben, weil die Kreistagsmitglieder nun ihrerseits die Bühne nutzten. Abonnenten indes sahen die x-te Wiederholung: Das Mehrheitsbündnis aus CDU, Grünen und FDP/VWG blieb - meist mit Unterstützung von AfD und Pirat Manfred Schramm - auf Sparkurs. SPD, Linke und Landrat Dr. Ansgar Müller hielten naturgemäß erfolglos dagegen. Das wenige Neue eröffnete aber auch einige Spielräume.

So hatten die Spitzen des Bündnisses am Abend zuvor mit Dr. Christoph Müllmann (Trägerverein Burghofbühne) und Intendant Mirko Schombert sowie dem wegen Erkrankung zwar nicht anwesenden, aber eingebundenen Dinslakener Bürgermeister Dr. Michael Heidinger eine Lösung ausgehandelt, die vom radikalen Ausstiegsplan abweicht: Der Kreis Wesel zahlt im kommenden Jahr 190.000 und damit 100.000 Euro weniger als bisher für die Bühne. 2017 bis 2019 schmilzt die Summe weiter um jeweils 10.000 Euro. 2020 bis 2022 gibt es jeweils 150.000 Euro. Aufstocken soll die Stadt Dinslaken, deren Rat darüber aber noch befinden muss.

In Etappen abgesenkt wird auch der Zuschuss fürs Geistliche und Kulturelle Zentrum Kloster Kamp. 2016 gibt es 6000, 2017 noch 3000 Euro und danach nichts mehr. Für den Kreissportbund bleiben die Mittel so, wie sind. Die zusätzlich gewünschten 9000 Euro gibt es nicht. Vertagt wurden die Posten für die Schwangerschaftskonfliktberatung und für die gerontopsychiatrische Beratung.

Insgesamt ging es beim Sparpaket bekanntlich um gut 2,2 Millionen Euro, die mithelfen sollen, die Kreisumlage niedrig zu halten. Dies ist auch Wunsch der Kommunen, von denen schon etliche Resolutionen vorliegen. Denn wenn sie deutlich mehr an den Kreis zahlen sollen, sind sie zu Einschnitten für jedermann gezwungen. Zum Beispiel mit Erhöhungen ihrer Grundsteuer.

Eine gute Nachricht hatte Kreiskämmerer Karl Borkes in seiner Rede zur Einbringung seines Etatentwurfs für 2016 versteckt. Hatte er ursprünglich mit einem Hebesatz von 43,8 Prozent (aktuell 41,8) kalkuliert, so tut er dies wegen gestiegener Umlagegrundlagen nun mit 43,1. Das macht mal eben eine Entlastung um 4,2 Millionen Euro aus. Dennoch steigt die Zahllast laut Borkes für die Kommunen real um 19,2 auf 258,4 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen des Kreishaushalts liegt bei rund 528 Millionen. Er wird nach den Etatberatungen im März beschlossen.

Quelle: RP
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