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Wesel
Bürger in Sorge: Passt die Feuerwehr durch?

Wesel: Bürger in Sorge: Passt die Feuerwehr durch?
Wo jetzt ein Zaun ist, war bis vor wenigen Wochen eine Freifläche. Die haben Lkw genutzt, um in die Stichstraße (r.) zu fahren. "Doch nun ist das so eng, dass hier kein großes Fahrzeug mehr durchkommt", beklagen Edith und Ewald Stenkamp sowie ihr Nachbar Ferhat Cayir (v.r.). FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Weil die Stadt eine Fläche an der Raesfelder Straße in Schepersfeld an eine Firma verkauft hat, können Lkw nun nicht mehr in eine Stichstraße fahren. Anwohner beklagen, dass die Stadt sie nicht über einen Verkauf informiert habe. Von Klaus Nikolei

Die Bewohner der Häuser 24 bis 38 an der Raesfelder Straße in Schepersfeld machen sich seit Wochen große Sorgen. Sie haben Angst, dass im Falle eines Brandes Feuerwehrautos beziehungsweise der große Hubwagen der Wehr nicht mehr in ihre Stichstraße kommen. Denn die Fläche, die bislang Möbeltransporter oder (Erdöl-)Tankfahrzeugen genutzt haben, um in einem geeigneten Winkel in die nur vier Meter breite Stichstraße zu fahren, hat die Stadt vor wenigen Monaten an das Unternehmen G-tec verkauft.

Und G-tec hat die zusätzliche Fläche, die als Parkraum genutzt wird, mittlerweile mit einem Zaun versehen und eine Kirschlorbeerhecke als Sichtschutz gepflanzt.

"Hier kommt doch jetzt kein einziger Lkw und auch kein Pkw mit Anhänger mehr durch", beklagt Ewald Stenkamp, der mit seiner Frau Edith ganz am Ende der Stichstraße wohnt. Es ist aber nicht allein die Angst, dass im Ernstfall die Wehr nicht zu ihm und seinen Nachbarn kommen kann. Auch dass die Stadt die betroffenen Anlieger nicht im Vorfeld informiert hat, macht die Anlieger wütend. Ihren Ärger werden Ewald und Edith Stenkamp deshalb auch nächste Woche der Bürgermeisterin in einem persönlichen Gespräch kundtun.

Doch müssen die Stenkamps und ihre Nachbarn tatsächlich Angst haben, dass Rettungsfahrzeuge im Ernstfall nicht vor ihre Haustür fahren können?

Thomas Verbeet, Chef der Weseler Feuerwehr, sieht keine wirklichen Probleme. Zumal sich seine Kollegen die Sache vor Ort einmal angeschaut haben. "Das ist eine Allerweltssituation, wie wir sie unter anderem auch in Flüren und Blumenkamp finden", sagt Verbeet. Von der Ecke Raesfelder Straße/Stichstraße bis zum Reihenendhaus der Stenkamps sind es etwa 50 Meter. "Diese Strecke würden wir im Ernstfall zu Fuß überwinden. Und sollte es in den zweigeschossigen Häusern brennen, würden auch unsere tragbaren Leitern ausreichen." Das alles entspreche den gültigen Bauvorschriften, alles sei rechtens, erklärt Verbeet.

Warum aber hat niemand von der Verwaltung im Vorfeld das Gespräch mit den verunsicherten Anliegern gesucht? "Weil Grundstücksverkäufe vertraulich behandelt und deshalb nichtöffentlich gemacht werden", hieß es dazu gestern aus dem Rathaus. Eine Aussage, für die die Betroffenen wohl wenig Verständnis haben werden.

Quelle: RP
 
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