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Hamminkeln
Bürger kennen Wege im Hinterland genau

Hamminkeln. Viele der 450 Kilometer Wirtschaftswege in der Flächenstadt Hamminkeln sind in die Jahre gekommen. Manche sind regelrecht verkommen, etliche aus Verkehrssicherungsgründen Sanierungsfälle. Mit einer neuen Konzeption rückt die Stadt dem Problem, das Kommune und Anliegern teuer werden kann, nun zu Leibe. 50 Teilnehmer waren im Realschul-Forum dabei, als diese vorgestellt wurde.

Das schwierige Verfahren wurde in seiner Logik nachvollziehbar dargestellt. Es gab in der Bürgerversammlung beim Durchgang, in dem Stück für Stück die Wege- und Straßennetze in den Ortsteilen Hamminkeln und Ringenberg "durchfahren" wurden, bereits erste Ideen für Verbesserungen und viel Detailwissen von Bürgern, die vor Ort jede Scholle kennen. So soll es weitergehen. Unter www.wirtschaftswegekonzept.de werden die Planungen und ihr Stand freigeschaltet. Hier kann man Meinungen und Vorschläge hinterlegen.

Denn es ist kaum möglich, sofort den Überblick angesichts der großen Ausdehnung des Wegenetzes zu haben. Das schrumpfte, wie berichtet, bereits um 20 Kilometer, weil Wege nicht mehr vorhanden sind. Es kann um weitere 40 Kilometer verringert werden, die das Büro Ge-Komm als "entbehrlich" eingeschätzt hat. Der Sanierungsaufwand wäre also begrenzt. Doch entscheidend ist das Konzept, die vorgefundenen und von den Experten abgefahrenen Strecken in ein Kategorienraster von B (multifunktionale Wege) bis I (nicht mehr vorhanden oder genutzt) einzuordnen.

Dazu kommt die Untersuchung, wo sich Verkehrsbeziehungen neu ordnen bzw. konzentrieren lassen. Bisher fließt der Verkehr auf historisch gewachsenen Verbindungen. Nicht alles ist sinnvoll. Ge-KommGeschäftsführer Bernd Mende sagte, dass der "unvoreingenommene Blick von außen" wichtig sei.

Als vier Verfahrensschritte nannte er Ist-Situation, Bedarfsfeststellung und Anforderungen, Soll-Zustand als mittelfristige Perspektive und die Bürgerbeteiligung. Letztere wurde von den Teilnehmern der Versammlung ausgiebig genutzt. Es gab bereits wertvolle Hinweise, wo welche Nutzungen üblich oder gewachsen sind. Straßen und Wege können so in neue Kategorien rutschen, die entweder eine kostengünstige Standardverringerung möglich oder einen besseren, teuren Ausbau nötig machen. Das kann auch die Anwohner bis zu 80 Prozent der Bausumme kosten. Hier hätten manche gerne sofort gewusst, was auf sie zukommt. Dafür ist es zu früh.

Allzu lange wird die Situation nicht mehr "frei" sein. Für die Entwicklung gibt es 50.000 Euro Fördergeld, wenn die Stadt bis Ende November das Wegekonzept vorlegt und politisch beschließt. Die nächste Bürgerbeteiligung für Brünen/Marienthal ist am Montag, 19. September, 19 Uhr, im Gasthof Majert.

(thh)
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