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Bürgermeister von Hamminkeln
"Mein Wunsch: Eine Woche ohne Regen"

Bürgermeister Bernd Romanski: "Woche ohne Regen für Hamminkeln"
Bernd Romanski hat als Bürgermeister von Hamminkeln harte Wochen hinter sich. FOTO: Hermann
Wesel/Hamminkeln . Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski lobt die vielen Feuerwehrleute, THW-Experten und die freiwilligen Helfern, die am Wochenende zehntausende Sandsäcke gefüllt und geschleppt haben, um den Deich der Issel abzudichten. Außerdem kritisiert er das aktuelle Konzept gegen Hochwasser. Ein Gespräch.  Von Klaus Nikolei

530 Feuerwehrleute und THW-Kräfte sowie gut 100 freiwillige Helfer haben am Wochenende dafür gesorgt, dass der Damm der Issel dem Hochwasser standgehalten hat. Bürgermeister Bernd Romanski zollt im RP-Gespräch den Einsatzkräften ein dickes Lob und spricht sich gegen das Isselauenkonzept und für die Ausweisung von Polderflächen in Brünen bis Ringenberg aus.

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben gegen 0.30 Uhr in Hamminkeln die Sirenen geheult.

FOTO: Markus Joosten

Romanski Das musste sein, weil wir an drei Stellen größere Probleme bekommen haben und dringend Leute brauchten.

Welche Stellen meinen Sie?

FOTO: Markus Joosten

Romanski An der Kläranlage Römerrast, an der Eisenbahnbrücke in der Ringenberger Isselsiedlung und an der Behlenhorst - ebenfalls in Ringenberg. Wir wollten das Flüchtlingsheim räumen lassen, aber die Menschen wollten nicht. Dann sind alle in die beiden etwas höher gelegenen Container gewechselt.

Hatten Sie denn am Ende genügend Helfer?

FOTO: Markus Joosten

Romanski Insgesamt waren 530 Hilfskräfte der Feuerwehr und des THW an 187 Einsätzen beteiligt, außerdem 100 Freiwillige. An dieser Stelle muss ich allen ein ganz dickes Lob aussprechen. Neben unseren Hamminkelner Feuerwehrleuten konnten wir auf die Hilfe von Einsatzkräften aus dem Kreisgebiet zählen. Und gegen 2 Uhr in der Nacht haben wir den Katastrophenzug aus Solingen/Remscheid alarmiert, der uns schon bei dem Hochwasser vor drei Wochen geholfen hat. Wichtig für uns waren auch die Spezialisten des THW, die uns mit sehr guten Ideen weitergeholfen haben.

Was waren das für Ideen?

Romanski Sie hatten die Idee, spezielle Folien, die mit Eisenstangen versehen waren, zu nutzen. Diese Folien wurden in die Löcher im Deich gezogen und dann mit Sandsäcken geschlossen. Die Feuerwehr aus Ratingen und das THW aus Gelsenkirchen oder Mülheim hatten spezielle Anlagen, die innerhalb von einer Stunde zwischen 3500 und 5000 Sandsäcke gefüllt haben. Ich weiß nicht, wie viele Sandsäcke die Helfer geschleppt haben, aber es müssen Zehntausende gewesen sein.

Vor drei Wochen hatte der Kreis Katastrophenalarm ausgelöst, diesmal aber nicht.

ROmanski Ich hatte am Freitag mit dem Landrat gesprochen. Anschließend haben wir unseren Ordnungsamtsleiter ins Kreishaus geschickt, wo sich Fachleute getroffen haben. Bei uns ist dann allerdings kein Input angekommen. Am Freitag Vormittag hatte ich mehrere Telefonate mit Herr Fastring vom Kreis, um mich über mögliche Auswirkungen auszutauschen. Mitten in der Nacht war dann der Kreisbrandmeister vor Ort. Nach dem Gespräch mit ihm haben wir den Katastrophenzug aus Solingen angefordert. Und das war auch gut so.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten...

Romanski ...würde ich mir mal eine Woche ohne Regen wünschen. Und ich wünsche mir, dass zwischen Brünen und Ringenberg Polderflächen ausgewiesen werden, auf denen das Wasser "geparkt" werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass das Isselauenkonzept nicht das richtige ist, weil dann das Hochwasser einfach länger dauert.

 

Quelle: RP
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