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Hamminkeln
Bürgermeister tritt beim Bergrennen an

Hamminkeln. Das Dingdener Bergrennen ist eine Mordsgaudi für einen guten Zweck. Zwar geht es erst im Oktober rasant zu Tal, aber die Vorbereitungen für den nunmehr siebten Wettbewerb laufen schon auf vollen Touren. Prominenz schiebt mit an. Von Thomas Hesse

Helmut Wisniewski aus Dingden ist immer in Aktion. Besonders wenn es um sein Herzensprojekt geht - das Dingdener Bergrennen. Die Vorbereitungen für die siebte Auflage laufen längst. Auch wenn erst am 10. Oktober gestartet wird, ist Wisniewskis Bolide schon fertig. Es geht diesmal in doppelter Ausfertigung auf die Strecke. Schließlich soll Chancengleichheit herrschen, wenn der USD-Ratsherr auf seiner Hausroute in einer handgemachten Konstruktion dem Ziel entgegenrollt und sich dabei mit Bürgermeister Bernd Romanski misst, eigentlich Freund hochmotorisierter Nobelgefährte einer bayrischen Autoschmiede. Ob er das kantige Design aus Metallrohren mag, ist nicht bekannt. Sicher ist: Bequemer ist der Verwaltungschef schon gefahren als auf dem Sitz mit Campingstuhlauflage. Seifenkisten-Feeling eben. Beide stürzten sich gestern den 923 Meter langen Kurs auf der Krechtinger Straße zu Tal.

Romanski, der Tempogewöhnte, gewann mit Abstand. Weil Wisniewski einen Reifen sichtbar schwach aufgepumpt hatte oder das individuelle Kampfgewicht - mehr gleich schneller - den Ausschlag gab, weiß man nicht. Gestern ging es nicht um den Sieg. Das Spektakel soll Gruppen oder Einzelkämpfer animieren, mit Fantasievehikeln an den Start zu gehen. 17 waren es beim letzten Mal, über 400 Zuschauer verfolgten das Geschehen. "Alles, was der Keller und Bekannte hergaben", sagt der Konstrukteur zur Ausstattung seiner Rennkiste. Er habe in ein paar freien Stunden alles zusammengeschustert. Rechts und links jeweils zwei Fietsräder mit ordentlichem Profil, damit er bei miesem Herbstwetter nicht an die Box muss. Gelenkt wird mit einer Querstange, gebremst mit einem Metallknüppel, obendrauf ein Tennisball als Handgriff. Die Füße ruhen auf einer einfachen, knallblauen Querstange. Minimal-Design. "Mein erstes Fahrrad war komfortabler", höhnte Romanski. "Ob das hält?", war er skeptisch. "Wenn er die Kiste bei der Testfahrt kaputt macht, trete ich aus dem Rat zurück", sagte USD-Mann Wisniewski. "Au ja", sagte der Bürgermeister. Gut nur, dass er das nur von der Schwerkraft bewegte Gefährt heil ins Ziel brachte.

Geplänkel bei einem Werbe-Spektakel für das einmalige Rennen gehört dazu. Der Organisationsmannschaft aus 17 Mitgliedern, allesamt Nichten, Neffen und Verwandte, geht es darum, dass möglichst viele Renner mit Witz auf die Strecke gehen. "Das, was wir hier einnehmen, ist komplett für einen guten Zweck", sagt Mitorganisatorin Bettina Wißmann. Preise der Tombola, Kuchen, Speisen und Getränke - alles sei gespendet. Jeder zahle, was er wolle. Nur der Lospreis steht mit einem Euro fest. Sie rät zur baldigen Anmeldung (Tel. 02852 5530). Erlaubt sind Fahrzeuge aller Art ohne mechanischen Antrieb und zusätzliche Gewichte. "Das hatten wir alles schon und haben die Regeln dann etwas verschärft", sagt Wißmann. An wen der Erlös diesmal geht, ist noch nicht geklärt. Letztes Mal kamen 1200 Euro zusammen, das St.-Josefs-Haus erhielt dafür einen Doppel-Radflitzer. Romanski und Wisniewski treten am 10. Oktober wieder an. Ob im Einlagerennen oder im regulären Wettlauf, darüber konnten sie sich gestern nicht einigen. Ist ja noch Zeit!

Quelle: RP
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