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Kreis Wesel
Bürgermeister untermauern Spar-Appell an Kreis

Kreis Wesel. Weseler Kreisausschuss stellt Weichen für die Verabschiedung des Haushaltes in der kommenden Woche. Von Fritz Schubert

Seit Monaten machen vom Sparkurs der Kreistagsmehrheit betroffene Einrichtungen (Burghofbühne, Sozialverbände etc.) gegen Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen mobil. Auch gestern gab es zur Sitzung des Kreisausschusses in Wesel Aktionen. Zum Beispiel die Übergabe von 1300 bei der Awo-Schwangerschaftsberatung gesammelten Unterschriften an Landrat Dr. Ansgar Müller oder die Überreichung eines symbolischen Schecks über 7,7 Millionen Euro der Jusos an die Kooperation von CDU, Grünen und FDP/VWG. Diese ließ sich davon wenig beirren, stellte Weichen für die Verabschiedung des 600-Millionen Etats im Kreistag am kommenden Donnerstag und bekam starken Rückhalt für ihr Ziel, den Satz der Kreisumlage so niedrig wie möglich zu drücken, um die Rathäuser zu entlasten. Sieben der 13 kreisangehörigen Kommunen zeigten mit ihren Spitzenbeamten Flagge.

Bürgermeister Dirk Haarmann (SPD) aus Voerde übernahm für alle Kollegen im Kreis die Aufgabe, die finanzielle Not der letzten in der Zahlungskette zu schildern. Dabei vergaß er nicht, die Mitschuld an der Misere in der Zuweisung immer neuer Aufgaben zu sehen und somit bei Bund und Land. Dadurch würde die Konsolidierungsarbeit im eigenen Haus zunichtegemacht. Thomas Ahls (CDU) aus Alpen ergriff mit der frisch eingeführten Möglichkeit der Anhörung gleichfalls das Wort, und dankte besonders dem Mehrheitsbündnis für seinen Einsatz. Er sah auch die Kreisverwaltung in der Pflicht, sich anzustrengen, und verwies auf ein Missverhältnis beim Personal: Während es in Wesel beim Kreis 1200 Stellen, darunter 60 im höheren Dienst, gebe, seien es in Kleve 589 Jobs, darunter 24 hoch dotierte.

Wie schnell allerdings aktuelle Ereignisse den Kreishaushalt zusätzlich belasten können, demonstrierte Kreisdirektor Ralf Berensmeier später an einer Kostenberechnung für den Fall jener 275 verwahrlosten Hunde, die aus einer Zucht in Schermbeck jetzt von Kreisveterinären und der Polizei in Sicherheit gebracht werden mussten: Diese Tiere 20 Tage für 12,50 Euro pro Hund und Tag plus Tierarztkosten zu versorgen, kostet rund 90.000 Euro. Für 40 Tage nannte Berensmeier die Summe von 148.000 Euro und für 80 Tage 285.000 Euro.

Quelle: RP
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