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Hamminkeln
Bullemänner: Marienthal ist fest in der Westfalen-Hand

Hamminkeln. Die Marienthaler Abende gibt es schon seit mehr als 30 Jahren. Da haben sich im Laufe der Zeit feste Regeln eingespielt. Etwa der Brauch, dass zwei Stunden vor Beginn bereits das Gelände geöffnet wird und sich jeder mit kleinen gelben Zetteln seinen Platz markieren kann. "Automatisches Reservierungssystem" wird das scherzhaft genannt. Ebenso gehört dazu, dass die Gäste am Ende brav das Sitzkissen am Eingang wieder abgeben und so dem Team einen Teil der Arbeit abnehmen. "Dafür bin ich dann auch einen Euro im Preis heruntergegangen", scherzte Veranstalter Karl-Heinz Elmer. Von Sebastian Latzel

Für fünf Euro wurden am Eingang schöne bunte Fleecedecken angeboten, andere hatten gleich selbst schöne warme Decken mitgebracht. Denn auch wenn das Comedy-Trio auf der Bühne musikalisch dem Dauerregen huldigte und den Wetterbericht von Westfalen verkündete (nass, 8 Grad), traf dieser glücklicherweise nur teilweise ein. Es blieb am Mittwochabend trocken, die Veranstaltung konnte im Freien stattfinden. Nur mit den gefühlten acht Grad sollten die Bullemänner vor allem nach Einbruch der Dunkelheit Recht behalten.

Kabarett unter freiem Himmel verlieh dem Abend eine besondere Atmosphäre und hatte für die Bullemänner den Vorteil, dass das große Zelt nebenan frei bleiben und von den Kabarettisten als Garderobe genutzt werden konnte. Denn die war wirklich nötig. So schnell wie die Nummern auf der Bühne so wechselten auch die Kostüme der drei Protagonisten. Mal tauchten sie als Türsteher mit langer Matte auf, dann als Depp aus der Dorfdisco, Schlachter, Huhn, Schwein oder Kuh. Allen Kostümen war gemein: Darunter steckten echte Westfalen.

Denn dieser Landstrich zog sich als roter Faden durch das Programm, das immer dann am besten war, wenn eben die ganz besonderen Eigenheiten der östlichen Nachbarn auf die Bühne gebracht wurden. Wenn Heinz Weißenberg etwa betont langsam agierte oder sein Partner Augustin Upmann in aufgesetzter Naivität vom Oligarchen erzählte, der jetzt das Heimatdorf Suchtrup übernommen hat. Komplettiert wird das Comedy-Team von Svetlana Svorboda, die am Klavier und mit Gesang die Ergänzung zu den schrägen Herren ist. Ohnehin ist die größte Stärke der Bullemänner, dass sie bestens aufeinander eingespielt sind und auch ganz spontan regagieren können.

Als um Punkt 21 Uhr die Glocke vom nahen Kirchturm läutete, legte Heini gleich die Hand ans Ohr: "Oh, das Handy des Pastors läutet. Seit Jahrhunderten mit dem gleichen Ton." Das kam bestens an und so hatten am Ende viele Zuschauer das dickste Lob parat, das Westfalen kennen: "Wer denkt sich so einen Scheiß nur aus?"

Quelle: RP
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