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Hamminkeln/Wesel
Bundesverkehrswegeplan: Stadt will Dorf vom Schwerverkehr befreien

Hamminkeln/Wesel. Mit der aktuellen Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans 2030 durch den Bundestag ist nicht nur die umstrittene B 8-Planung durch Lippedorf und Voerde einen entscheidenden Schritt weitergekommen, sondern auch die Südumgehung als Anschluss an die Rheinbrücke und in der Folge die Entlastung Wesels (Schermbecker Landstraße), was wiederum erhebliche Auswirkungen auf Brünen hat. Im vordringlichen Bedarf - und damit mit abgesicherter Finanzierung - stehen auch ein neuer A 3-Anschluss Brünen plus die seit Jahrzehnten geforderte Ortsumgehung dieses Hamminkelner Ortsteils. Die wiederum ist so in den Plänen verzeichnet, dass sie den Vorstellungen der Brüner Umgehungsbefürworter widerspricht. Womit sich der Kreis zu Wesel schließt. "Wesel wird entlastet und hat Vorteile, Brünen bekommt aber nicht, was verkehrstechnisch nötig ist - das werden wir nicht zulassen", sagte gestern Bürgermeister (und Brüner) Bernd Romanski. Kürzlich hat er bereits Hamminkelner Vorschläge im Düsseldorfer Verkehrsministerium vorgebracht. Nun werde er das Gespräch suchen, vor allem mit den Fachleuten von Straßen NRW. Von Thomas Hesse

Die hohe Einstufung im Bundesverkehrswegeplan sieht momentan eine Umgehungs-Planung vor, die den Verkehr in Richtung Voshövel lenkt. Der laute Kieslastverkehr und der immer wieder von Brünern beklagte Motorradverkehr wird dadurch aus der Sicht von Ortskennern nicht abgefangen, die Dorfdurchfahrt bleibt attraktiv. Eine westliche Trassenführung sei besser, so sieht es Romanski. Er hat zudem eine verwegene, aber logische Idee, die den Verkehr entzerren würde und bisher in den Köpfen der Planer nicht vorkommt: in Brünen an der A 3 nur eine Auffahrt Richtung Arnheim.

Der Verkehr ins Ruhrgebiet könne besser reviernäher auffahren, statt einen Schlenker Richtung Brünen zu machen. "Es reicht auf keinen Fall, dass Wesel den Ortsteil Obrighoven entlastet. Unser Blick muss sich auch speziell auf Brünen richten. Eine Umgehung müsste dort auch das Gewerbegebiet Stemmingholt anbinden", sagt der Verwaltungschef.

Für Bauern wird die Umgehung unliebsame Folgen haben: Jede Art von neuer Trasse wird zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen zerteilen. Daran gab es schon Kritik (RP berichtete).

Quelle: RP
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