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Wesel
CDU-Idee für öffentliches Bahnhofs-WC

Wesel: CDU-Idee für öffentliches Bahnhofs-WC
Eine WC-Anlage wie in Goch würde Jutta Radtke, Volker Haubitz (r.) und Sebastian Hense (alle CDU) auf dem Weseler Bahnhofsvorplatz gefallen. FOTO: Nikolei
Wesel. Ratsmitglieder-Trio will im Jubiläumsjahr der Stadt Dauerärgernis beseitigen und dafür kämpfen, dass Wesel endlich eine Toilette auf dem Bahnhofsvorplatz bekommt. Denn schließlich gebe es dafür Fördergelder der KfW-Bank, heißt es. Von Klaus Nikolei

Jutta Radtke reicht es allmählich. Seit Jahren schon ärgert sich die CDU-Ratsfrau aus Flüren über die fehlenden Toiletten am Weseler Bahnhof. Der ist beziehungsweise wird bekanntlich für insgesamt elf Millionen Euro modernisiert. Und da ist kein Geld für eine WC-Anlage übrig? "Das kann doch wohl nicht wahr sein", sagt Radtke und hat zusammen mit ihren Parteifreunden Volker Haubitz und Sebastian Hense, dem stellvertretenden Fraktionschef, einen Antrag verfasst, in dem die Verwaltung - mal wieder - aufgefordert wird, aktiv zu werden.

Bei einem Ortstermin auf dem Bahnhofsvorplatz hat das Trio gestern erklärt, wie man das seit Jahren bekannte Problem, das stets mit Hinweis auf fehlende Finanzmittel zur Seite geschoben wurde, auch ohne die Bahn lösen könnte. "Denn die Bahn", weiß Jutta Radtke, "sieht für Bahnhöfe der Kategorie drei, zu denen Wesel gehört, einfach keine Toiletten vor. Also muss die Stadt etwas tun." Vor allem jetzt, im 775. Jahr des Bestehens, gibt Sebastian Hense zu bedenken. "Denn viele Besucher werden mit dem Zug anreisen und dann - bis auf die Toiletten nebenan bei der Caritas - kein WC vorfinden. Einfach beschämend für eine Kreisstadt."

Und dann präsentieren die drei CDU-Politiker Bilder von freistehenden, öffentlichen WC-Anlagen, wie sie unter anderem in Hamburg, Magdeburg, Reutlingen und auch im linksrheinischen Goch (34.000 Einwohner) zu finden sind. Einer der Hersteller der gut 100.000 Euro teuren Anlagen ist die Firma Hering im siegerländischen Burbach. "Hering bietet Modelle an, die zehn Jahre lang geleast und dann auch gekauft werden können", sagt Jutta Radtke. Volker Haubitz verweist darauf, dass es mittlerweile Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt. Mit dem Programm "IKU-Barrierearme-Stadt" werden Maßnahmen bezuschusst, um kommunale und soziale Gebäude im öffentlichen Raum alters- und familiengerecht umzubauen. Dazu gehören auch barrierefreie öffentliche WC-Anlagen. "Außerdem könnte man Sponsoren ansprechen wie die Sparkasse, die Stadtwerke oder Altana", schlägt Volker Haubitz vor. Ihm liegt das Thema auch deshalb am Herzen, weil er jüngst bei der CDU-Sprechstunde wiederholt von Bürgern auf den Missstand aufmerksam gemacht wurde.

Ein geeigneter Standort für eine öffentliche Toilette wäre nach Meinung des CDU-Trios, das das Thema kürzlich partei- und fraktionsübergreifend diskutiert hat, der Bahnhofsvorplatz. "Ein Ort, der auch für Busreisende und Taxifahrer ideal ist ", sagt Jutta Radtke. Sie ist überzeugt, dass jeder gerne 50 Cent für die Benutzung der Anlage zahlen wird, wenn er dafür ein sauberes WC vorfindet.

In ihrem Antrag bitten die CDU-Politiker um Prüfung verschiedener Möglichkeiten mit dem Ziel, dass das Problem der fehlenden Toiletten am Bahnhof endlich einmal dauerhaft gelöst wird.

Quelle: RP
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