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Hamminkeln
CDU will Hochwasserschutz forcieren

Hamminkeln. Mit Abgeordneten unterwegs an der Issel: Der politische Druck für Schutzmaßnahmen wächst. Gefordert werden gemeinsame Lösungen der Beteiligten und ausreichende Finanzierung. Von Thomas Hesse

Ortstermin nach den Hochwassern an der Issel: Auf Einladung von CDU-Landtagskandidatin Charlotte Quik aus Brünen waren die Abgeordneten Rainer Deppe und Dr. Günther Bergmann, der umweltpolitische Sprecher und damit Hochwasserexperte der CDU-Landtagsfraktion, zu Gast an der Issel. Während ihrer Sommertour zum Thema Hochwasserschutz machten die beiden Politiker Halt in Ringenberg, um sich über die Situation an der Issel und die Flut-Folgen zu informieren. Sie sprachen von "gemeinsam zu bewältigenden Aufgaben". Landwirte, Anlieger, Nachbarkommunen und -kreise sowie die beteiligten Behörden und Verbände seien in die Schutzmaßnahmen einzubeziehen.

Der Vorsitzende des Wasser- und Bodenverbandes Mittlere Issel, Volker Elsermann, sowie Arnd Holsteg aus Brünen als betroffener Landwirt erläuterten die Situation. An mehreren Stellen entlang des Issellaufs machte sich die Gruppe ein authentisches Bild der Lage. Dabei kamen auch die in Hamminkeln heiß diskutierten Probleme wie die Instandhaltung der Dämme und die Pflege des Grabensystems zur Sprache. Wenn die Dämme beispielsweise durch nicht zu bejagende Nagetiere unterhöhlt werden und die Gräben entweder durch spätere Bebauung für Pflegemaßnahmen nicht mehr erreichbar sind oder auch von Anwohnern für die Entsorgung von Grünschnitt benutzt werden, verschärfe das die Situation im Hochwasserfall, hieß es.

Deutlich wurde, dass alle Beteiligten ihren Teil zu einem zügig umzusetzenden, aber dennoch gut durchdachten Hochwasserschutzkonzept beitragen wollen. Quik berichtete: "Gerade auch die jetzt massiv betroffenen Landwirte, die mit ihren für eine Flutung zur Verfügung gestellten Flächen dazu beigetragen haben, weitere Katastrophen zu verhindern, sind bereit, über Lösungen zu sprechen. Dass dabei über realistische Entschädigungszahlungen gesprochen werden muss, darüber herrschte Einigkeit." Eine geologische Besonderheit muss aber stets berücksichtigt werden: Die Issel verläuft in weiten Bereichen oberhalb des Grundwasserspiegels, was bei allen Überlegungen zum Hochwasserschutz immer zu beachten ist.

Deppe wiederholte die CDU-Meinung, nach der die Mittel für den Hochwasserschutz unter Rot-Grün nicht auskömmlich finanziert seien. "Wenn immer darauf verwiesen wird, dass das Geld ausreiche, dann ist das viel zu kurz gesprungen, denn viel zu viele Anträge für Hochwasserschutz liegen unbearbeitet in den Schubladen der Ämter", sagte er. Deshalb habe sich die CDU bei den Haushaltsberatungen in den vergangenen Jahren stets für eine Steigerung des Etats um zehn Millionen Euro, für 2016 sogar um 15 Millionen Euro eingesetzt. "Was wir heute an der Issel gesehen haben, zeigt, dass ein Sanierungs- und Ertüchtigungsstau dringend aufgelöst werden muss. Dazu wollen wir im Landtag unseren Beitrag leisten." Das hört man in Hamminkeln gerne. Mit auf Tour entlang der Issel waren die Ratsmitglieder Anneliese Große-Holtforth und Jürgen Kuran sowie Parteichef Norbert Neß. CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss war ebenfalls gekommen.

Quelle: RP
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