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Hamminkeln/Wesel
Clownerie und Kino auf der Bühne verbinden

Hamminkeln/Wesel: Clownerie und Kino auf der Bühne verbinden
Katja Gierke präsentiert das offizielle Veranstaltungs-Plakat. FOTO: Armin Fischer
Hamminkeln/Wesel. Katja Gierke aus Brünen ist beruflich Apothekerin und privat staatlich geprüfte Clownin. Mit ihrer Partnerin bildet sie das Duo "Buschbohne". Ihr Stück hat Uraufführung im Weseler Scala. Die RP verlost Karten. Von Thomas Hesse

Als Dorfapothekerin in Brünen muss sie manchmal bittere Pillen verabreichen. Wenn Kunden klagen, reagiert Katja Gierke gerne mit aufmunterndem Mienenspiel. Lächeln ist die beste Medizin. Sie weiß, wie es funktioniert, lebendige, positive Entspannung weiterzugeben. In ihrem zweiten Leben ist die Brünerin staatlich geprüfte Clownin. So etwas kann man lernen, in Hannover hat sie an einer entsprechenden Schule Prüfungen abgelegt. Dort hat sie auch ihre Duopartnerin Bettina Fröhlich-Burkamp kennengelernt.

Rotnasig entern die Clowninnen die Bühne im Weseler Scala. Am Sonntag, 18. Oktober, 19 Uhr, bewegen sie eine Beziehungskiste im Stück "Ja Nein Vielleicht" durch die Theater-Welt. Für die Reise im Zeichen der Liebe und der Freundschaft hat das Duo das Genre "humoreskes Bühnenkino" erfunden - "eine von uns neu entwickelte Kunstform". Witzig für den Ort des Geschehens: Der Film kehrt zurück ins ehemalige Scala-Kino.

Katja Gierke hat sich schon immer für Spielfilme interessiert. Irgendwann entwickelte sie die Idee, Clownerie und Kino zu verbinden. Die alten Schwarz-Weiß-Filme, in denen Schauspieler mit Gestik und Mienenspiel agieren, waren die Brücke zur Clownerie, die durch Übertreibung und Verstärkung wirkt. "Das klassische Stummfilm-Paar Dick und Doof hat es uns angetan. An seine Art schließen wir als Clowns an", sagt Katja Gierke. Sie und Bettina Fröhlich-Burkamp holten Kamerafrau Sabine Mayer, sonst für die Rosenheim-Cops im Einsatz, ins Boot, und fanden in einem hessischen Schloss eine pittoreske Kulisse. Dort residiert Gierke mit erblondeter Haarpracht als Schlosslady, der von einer Clownin besagte Beziehungskiste überbracht wird, die sie nicht öffnen darf. Man ahnt, alles eine Frage der konfliktgeladenen Selbstbeherrschung. Die Story ist im Stil des Schwarz-Weiß-Kinos der 1920er-Jahre abgedreht, als Stummfilm, in dem Worttafeln zur Handlung eingeblendet werden, und mit eigens komponierter Klaviermusik unterlegt.

Schwarz-weiße Filmsequenzen wechseln sich ab mit knallbunten Clown-Szenen. Live fährt das Duo vor der Filmleinwand mit seiner Kiste auf einem Floß zur Auflösung der Geschichte. "Es passiert was mit der Kiste und dem Inhalt, aber das verraten wir nicht", hält die Brünerin das Ende geheim und die Spannung aufrecht. Das so noch nie dagewesene Bühnenkino kommt ohne Dialog aus, es ist eine Art stilles Theater im Gegensatz zur lauten Comedywelt. "Wir sind pantomimische Clowns. Die Zuschauer müssen sich auf die Bühnenbilder einlassen." Das Publikum wird natürlich benötigt bei der Auflösung in diesem Stück. Clownerie plus Kino passt zum Bühnenort Scala mit seiner besonderen Atmosphäre. Und sie ist Katja Gierkes Herzenssache. Schnell für den RP-Fotografen die klassische Rotnase auf, die Mundpartie in Windeseile weiß geschminkt, die weite Hose mit den breiten Trägern an und das ganze Gesicht in strahlend gute Laune verwandeln: Lächeln ist wirklich die beste Medizin.

Quelle: RP
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