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Wesel
Commerzbank auf Wachstumskurs

Wesel. Banking per Smartphone und persönliche Beratung in der Filiale als Strategie

Zum ersten Mal seit 2007 zahlt die Commerzbank für 2015 eine Dividende - dem Haus geht es gut und das ist auch in der Region Wesel so, wie Frank Sahlmann, zuständig für das Privatkundengeschäft, und Roland Pastoors, Regionalchef für Wesel und Kleve und Vorstandsmitglied, bestätigen. Im Bereich der Privatkunden sei man "deutlich auf Wachstumskurs". In der Region Wesel habe man im Schnitt 24 neue Kunden pro Woche gewonnen, insgesamt 1262, macht 41.228 Privat- und Geschäftskunden. Für die Commerzbank umfasst die Region Wesel den Bereich zwischen Kleve und Wesel.

Als Grund für den deutlichen Aufwind machen die Bankmanager die Neuausrichtung des Hauses im Jahr 2012 aus: Die Bank setzt voll auf moderne Kommunikation mit ihren Kunden, ohne dabei die persönliche Beratung zu vernachlässigen. Kredite vergibt das Haus bis zu einer Summe von 25.000 Euro per Internet-Banking - 8,14 Millionen sind auf diese Weise vergeben worden, ein Plus von 55 Prozent. Eigentum steht in Zeiten der Zinsflaute hoch im Kurs, auch die Commerzbank bekam das zu spüren. "Wir haben für 32,8 Millionen Euro Wohnungseigentum finanziert, das heißt für 252 Familien die eigenen vier Wände", sagt Sahlmann.

Doch die Niedrigzinsphase, deren Ende derzeit kaum abzusehen ist, hat auch eine Kehrseite: Das gute alte Sparbuch hat ausgedient, Kunden legen ihre Zögerlichkeit Wertpapieren gegenüber ab. "Früher konnten Sie bei einer Verzinsung von fünf Prozent ihr Vermögen innerhalb von 15 Jahren verdoppeln", verdeutlicht Pastoors die Entwicklung, "heute würden Sie dazu 350 Jahre brauchen."

Wertpapiere sind längst zur Sparanlage - auch der kleinen Leute - avanciert. Das fange bereits bei 25 Euro im Monat an. Welche Anlage die individuell richtige ist, sei eine Frage der Risikobereitschaft. "Man kann sein Geld konventionell anlegen, oder eher chancenorientiert", erläutert Sahlmann.

Die Commerzbank lebt im Privatkundengeschäft in erster Linie von diesen Geschäften, denn Kontoführungsgebühren berechne sie nicht. Auch Strafzinsen, die Banker nennen sie lieber "Guthabengebühren", seien im Privat- und Geschäftskundenbereich kein Thema, heißt es.

Erklärtes Ziel der Commerzbank: Den Wettbewerbern Marktanteile abnehmen, die persönliche Bindung zum Kunden stärken. Und dennoch die modernen Medien optimal nutzbar machen - ein Angebot, das vor allem junge Kunden schätzen: den Bankwechsel per App, Überweisungen, Einzugsermächtigungen, kurz Banking mit dem Handy erledigen.

(sz)
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